Schlagwort "Honduras" (85)

Do, 09.03.2023 / 20:00 – 21:30
Buchladen Schwarze Risse
Konzernkritik, Menschenrechte
Veranstaltung

Andreas Kemper + Jutta Blume: Privatstädte - Labore für einen neuen Manchesterkapitalismus

Das Beispiel Honduras

Totalitär-kapitalistische Ideologien und Netzwerke haben sich eines der ärmsten und autoritärsten Länder Lateinamerikas ausgesucht, um dort ihre Version einer ›Brave New World‹ zu realisieren: Honduras. Hier sollen Privatstädte entstehen, in denen Unternehmen mit eigener Gesetzgebung, eigenen Gerichten und privaten Sicherheitsorganen herrschen. Ginge es nach Unternehmern wie Titus Gebel, soll aber nicht nur in Honduras Demokratie »durch den Geldbeutel ersetzt« werden. Eigenen Worten zufolge möchte er noch zu seinen Lebzeiten solche Privatstädte auch in Deutschland sehen. Bereits 2009 wurden unmittelbar nach dem Putsch in Honduras die Weichen für die Übertragung lokaler Staatsgewalt an Privatunternehmen gestellt, um das Land zu einem Experimentierfeld – vor allem auch deutscher – Investor*innen zu machen. In Honduras sind zurzeit bereits drei solcher Investorenstädte vereinbart, mindestens drei weitere sind in Planung. Als ausgewiesene Sonderwirtschaftszonen, denen weitgehende Autonomie in Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung zugesprochen wird, hebeln diese Privatstädte nicht nur die Souveränität des Staates aus, sondern enteignen auch die lokale Bevölkerung und stellen sie vor die Wahl, sich ihren neuen Herren zu unterwerfen und für sie zu arbeiten oder ihre angestammte Heimat zu verlassen.

31.12.2022
Menschenrechte, Multimedia, Straflosigkeit
Audio
John Mark Shorak und Robert Swoboda

Honduras - Zwischen Hoffnung und Korruption

Ohren auf Lateinamerika - Podcast #7

ohren auf lateinamerika

Mit dem Rückblick auf ein Jahr Präsidentschaft von Xiomara Castro schauen wir uns an, was sie gegen die großen Probleme Korruption, Gewalt und Straflosigkeit in Honduras veranlasst hat. Die Präsidentin verhängte im Dezember 2022 ein Ausnahmezustand in Teilen des Landes, der sich gegen kriminelle Banden und deren systematische Erpressungen richtet. Doch die Bedrohung der öffentlichen Sicherheit kommt auch aus dem inneren des Staates, und das nicht erst seitdem ihr Vorgänger Juan Orlando Hernández die organisierte Kriminalität zum Partner seiner Regierung machte. Wir haben mit der Menschenrechtsverteidigerin Yessica Trinidad und dem Anwalt Joaquín Mejía über die Situation gesprochen.

Mo, 05.12.2022 / 18:30 – 20:00
FDCL
Bergbau, Konzernkritik, Straflosigkeit
Veranstaltung

#GuapinolResiste

Widerstand gegen Eisenerz-Bergbau in Honduras

Im Nationalpark Carlos Escaleras wird in zwei Tagebauen Eisenerz gefördert. Die Förderung findet in teils besonders schützenswerten Bereichen des Parks statt. Direkt neben der Gemeinde Guapinol wurde zudem eine Pelletieranlage für die Weiterverarbeitung errichtet. Ein eigenes Kraftwerk soll den notwendigen Strom liefern. Seit Jahren kämpfen Aktivist*innen in der Region von Tocoa im Norden von Honduras um ihr Trinkwasser und den Erhalt des Nationalparks. Die Flüsse San Pedro und Guapinol, die für die Gemeinden eine wichtige Rolle spielen, wurden verschmutzt und es droht die irreparable Zerstörung des Nationalparks und des dortigen Wasserschutzgebietes. Mit Reynaldo Dominguez, Mitglied des Gemeindekomitee in Tocoa.

Di, 18.10.2022 / 20:00
Buchladen Schwarze Risse
Konzernkritik, Menschenrechte
Lesung

ABSAGE - Privatstädte - Labore für einen neuen Manchesterkapitalismus

Mit Andreas Kemper + Jutta Blume

Totalitär-kapitalistische Ideologien und Netzwerke haben sich eines der ärmsten und autoritärsten Länder Lateinamerikas ausgesucht, um dort ihre Version einer ›Brave New World‹ zu realisieren: Honduras. Hier sollen Privatstädte entstehen, in denen Unternehmen mit eigener Gesetzgebung, eigenen Gerichten und privaten Sicherheitsorganen herrschen. Ginge es nach Unternehmern wie Titus Gebel, soll aber nicht nur in Honduras Demokratie »durch den Geldbeutel ersetzt« werden. Eigenen Worten zufolge möchte er noch zu seinen Lebzeiten solche Privatstädte auch in Deutschland sehen. Bereits 2009 wurden unmittelbar nach dem Putsch in Honduras die Weichen für die Übertragung lokaler Staatsgewalt an Privatunternehmen gestellt, um das Land zu einem Experimentierfeld – vor allem auch deutscher – Investor*innen zu machen. In Honduras sind zurzeit bereits drei solcher Investorenstädte vereinbart, mindestens drei weitere sind in Planung. Als ausgewiesene Sonderwirtschaftszonen, denen weitgehende Autonomie in Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung zugesprochen wird, hebeln diese Privatstädte nicht nur die Souveränität des Staates aus, sondern enteignen auch die lokale Bevölkerung und stellen sie vor die Wahl, sich ihren neuen Herren zu unterwerfen und für sie zu arbeiten oder ihre angestammte Heimat zu verlassen.

Mo, 17.10.2022 / 19:00 – 20:30
Konzernkritik
Veranstaltung

Bezahlbarer Strom für Alle

Beispiele von sozial gerechter Energieversorgung aus Berlin und Honduras

Die Versorgung der Bevölkerung mit Strom gehört zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Privatisierungen in Bereichen der Grundversorgung führen in der Regel zu höheren Preisen und weniger Investitionen zur Verbesserung der notwendigen Infrastruktur. Für eine sozial gerechte Stromversorgung darf diese nicht in die Hände von gewinnorientierten Unternehmen gelegt werden.
Bitte um vorherige Anmeldung. Zugangsdaten werden im Vorfeld der Veranstaltung verschickt: cadeho@riseup.net

Do, 29.09.2022 / 19:00 – 20:30
Landwirtschaft, Menschenrechte
Veranstaltung

Selbstbestimmung und Selbstversorgung in Vallecito

Eine neu entstehende Gemeinde der afro-indigenen Garífuna in Honduras

Vallecito Honduras Garifuna

Die afro-indigenen Gemeinden der Garífuna leben mehrheitlich an der honduranischen Karibikküste. Ihre Sprache, Musik und Tänze wurden 2001 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Doch ihre Existenz ist bedroht: Auf ihrem traditionellen Land machen sich Ölpalm-Magnaten breit, ausländische Investor*innen errichten Luxus-Ferienressorts, Kartelle nutzen die Gegend als Umschlagplatz für Drogentransporte aus Südamerika in den Norden. Gleichzeitig lässt der fortschreitende Klimawandel die Küsten zunehmend erodieren und zerstört absehbar die Dörfer der Garífuna, die fast alle direkt an der Küste liegen. Für viele scheint der einzige Ausweg, sich auf den lebensgefährlichen Weg in Richtung USA zu begeben.

Doch vor allem die Garífuna, die sich organisiert haben, geben den Kampf für ihre Rechte und ihr Land nicht auf. Eine ihrer Strategien sind die sogenannten recuperaciones, Landrückgewinnungs-Projekte. Das größte Projekt dieser Art ist die Gemeinde Vallecito. Seit 10 Jahren bauen Freiwillige aus verschiedenen Garífuna-Dörfern auf dem zurückgewonnenen Land eine Gemeinde auf. Auf ca. 1.500 Hektar schaffen sie Strukturen für eine ökologische Selbstversorgung und Ernährungssouveränität auf Basis der traditionellen Ernährung.

Fr, 03.06.2022 / 18:00 – 21:00
Bergbau, Menschenrechte, Straflosigkeit
Veranstaltung

Transnationaler Widerstand gegen den Raubbau an der Natur

Info- und Vernetzungstreffen mit Aktivist*innen aus Lateinamerika und Deutschland auf der Anarche

Freitag, 3. Juni 2022 18-21 Uhr Treffpunkt: Rummelsburger Bucht Ob Kohletagebau in Deutschland, Abbau von Lithium in Bolivien, Eisenerzförderung in Honduras, weltweit ist der Hunger nach Rohstoffen ungestillt. Mit fatalen Folgen für Klima, Natur und die lokale Bevölkerung. Überall widersetzen sich Menschen auf unterschiedliche Weise gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen, doch der legitime Protest wird … weiterlesen

Mo, 30.05.2022 / 10:00 – 18:00
Menschenrechte
Tagung

Politische Umbrüche in Lateinamerika

Herausforderungen an die Regierungen in Chile, Honduras und Mexiko

Die Tagung blickt auf die Entwicklungen in Chile, Honduras und Mexiko und sucht Lehren für ein gutes Zusammenwirken von Zivilgesellschaft und Regierung. Den Fragen werden wir mit Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft im Hospitalhof in Stuttgart nachgehen. Wir freuen uns auf die Gespräche mit Ihnen.
Tagungsort:
Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart
Büchsenstr. 33
70174 Stuttgart

Di, 26.04.2022 / 18:30 – 20:00
Menschenrechte
Veranstaltung

Urlaub machen, wo Einheimische vertrieben werden

Über den Widerstand der afro-indigenen Garífuna in Honduras gegen Tourismusprojekte

Das stetige Wachstum der Tourismusbranche bis 2020 sorgte dafür, dass viele Länder im globalen Süden in der Tourismusförderung einen Weg für die wirtschaftliche Entwicklung sahen – so auch in Honduras. Insbesondere die honduranische Karibikküste schien für die Regierungen von Honduras und die Wirtschaftseliten attraktiv. Veranstaltung mit Jessica Fernández von der Garífuna-Organisation OFRANEH-Europa.

Di, 08.02.2022 / 15:00 – 18:00
Bildungsmaterial, Español, Globales Lernen, Menschenrechte
Seminar

Afro-indigene Garífuna in Honduras

Online-Fortbildung für Spanischlehrkräfte Sekundarstufe II

Vorstellung von Inhalt und Nutzung von Spanischmaterialien Sekundarstufe II über die Lebensrealität der afro-indigenen Garífuna aus Honduras. Die Fortbildung findet auf Deutsch und Spanisch statt.