Schlagwort "Honduras" (81)

Di, 18.10.2022 / 20:00
Buchladen Schwarze Risse
Konzernkritik, Menschenrechte
Lesung

Privatstädte - Labore für einen neuen Manchesterkapitalismus

Mit Andreas Kemper + Jutta Blume

Totalitär-kapitalistische Ideologien und Netzwerke haben sich eines der ärmsten und autoritärsten Länder Lateinamerikas ausgesucht, um dort ihre Version einer ›Brave New World‹ zu realisieren: Honduras. Hier sollen Privatstädte entstehen, in denen Unternehmen mit eigener Gesetzgebung, eigenen Gerichten und privaten Sicherheitsorganen herrschen. Ginge es nach Unternehmern wie Titus Gebel, soll aber nicht nur in Honduras Demokratie »durch den Geldbeutel ersetzt« werden. Eigenen Worten zufolge möchte er noch zu seinen Lebzeiten solche Privatstädte auch in Deutschland sehen. Bereits 2009 wurden unmittelbar nach dem Putsch in Honduras die Weichen für die Übertragung lokaler Staatsgewalt an Privatunternehmen gestellt, um das Land zu einem Experimentierfeld – vor allem auch deutscher – Investor*innen zu machen. In Honduras sind zurzeit bereits drei solcher Investorenstädte vereinbart, mindestens drei weitere sind in Planung. Als ausgewiesene Sonderwirtschaftszonen, denen weitgehende Autonomie in Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung zugesprochen wird, hebeln diese Privatstädte nicht nur die Souveränität des Staates aus, sondern enteignen auch die lokale Bevölkerung und stellen sie vor die Wahl, sich ihren neuen Herren zu unterwerfen und für sie zu arbeiten oder ihre angestammte Heimat zu verlassen.

Do, 29.09.2022 / 19:00 – 20:30
Landwirtschaft, Menschenrechte
Veranstaltung

Selbstbestimmung und Selbstversorgung in Vallecito

Eine neu entstehende Gemeinde der afro-indigenen Garífuna in Honduras

Vallecito Honduras Garifuna

Die afro-indigenen Gemeinden der Garífuna leben mehrheitlich an der honduranischen Karibikküste. Ihre Sprache, Musik und Tänze wurden 2001 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Doch ihre Existenz ist bedroht: Auf ihrem traditionellen Land machen sich Ölpalm-Magnaten breit, ausländische Investor*innen errichten Luxus-Ferienressorts, Kartelle nutzen die Gegend als Umschlagplatz für Drogentransporte aus Südamerika in den Norden. Gleichzeitig lässt der fortschreitende Klimawandel die Küsten zunehmend erodieren und zerstört absehbar die Dörfer der Garífuna, die fast alle direkt an der Küste liegen. Für viele scheint der einzige Ausweg, sich auf den lebensgefährlichen Weg in Richtung USA zu begeben.

Doch vor allem die Garífuna, die sich organisiert haben, geben den Kampf für ihre Rechte und ihr Land nicht auf. Eine ihrer Strategien sind die sogenannten recuperaciones, Landrückgewinnungs-Projekte. Das größte Projekt dieser Art ist die Gemeinde Vallecito. Seit 10 Jahren bauen Freiwillige aus verschiedenen Garífuna-Dörfern auf dem zurückgewonnenen Land eine Gemeinde auf. Auf ca. 1.500 Hektar schaffen sie Strukturen für eine ökologische Selbstversorgung und Ernährungssouveränität auf Basis der traditionellen Ernährung.

Fr, 03.06.2022 / 18:00 – 21:00
Bergbau, Menschenrechte, Straflosigkeit
Veranstaltung

Transnationaler Widerstand gegen den Raubbau an der Natur

Info- und Vernetzungstreffen mit Aktivist*innen aus Lateinamerika und Deutschland auf der Anarche

Freitag, 3. Juni 2022 18-21 Uhr Treffpunkt: Rummelsburger Bucht Ob Kohletagebau in Deutschland, Abbau von Lithium in Bolivien, Eisenerzförderung in Honduras, weltweit ist der Hunger nach Rohstoffen ungestillt. Mit fatalen Folgen für Klima, Natur und die lokale Bevölkerung. Überall widersetzen sich Menschen auf unterschiedliche Weise gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen, doch der legitime Protest wird … weiterlesen

Mo, 30.05.2022 / 10:00 – 18:00
Menschenrechte
Tagung

Politische Umbrüche in Lateinamerika

Herausforderungen an die Regierungen in Chile, Honduras und Mexiko

Die Tagung blickt auf die Entwicklungen in Chile, Honduras und Mexiko und sucht Lehren für ein gutes Zusammenwirken von Zivilgesellschaft und Regierung. Den Fragen werden wir mit Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft im Hospitalhof in Stuttgart nachgehen. Wir freuen uns auf die Gespräche mit Ihnen.
Tagungsort:
Evangelisches Bildungszentrum Hospitalhof Stuttgart
Büchsenstr. 33
70174 Stuttgart

Di, 26.04.2022 / 18:30 – 20:00
Menschenrechte
Veranstaltung

Urlaub machen, wo Einheimische vertrieben werden

Über den Widerstand der afro-indigenen Garífuna in Honduras gegen Tourismusprojekte

Das stetige Wachstum der Tourismusbranche bis 2020 sorgte dafür, dass viele Länder im globalen Süden in der Tourismusförderung einen Weg für die wirtschaftliche Entwicklung sahen – so auch in Honduras. Insbesondere die honduranische Karibikküste schien für die Regierungen von Honduras und die Wirtschaftseliten attraktiv. Veranstaltung mit Jessica Fernández von der Garífuna-Organisation OFRANEH-Europa.

Di, 08.02.2022 / 15:00 – 18:00
Bildungsmaterial, Español, Globales Lernen, Menschenrechte
Seminar

Afro-indigene Garífuna in Honduras

Online-Fortbildung für Spanischlehrkräfte Sekundarstufe II

Vorstellung von Inhalt und Nutzung von Spanischmaterialien Sekundarstufe II über die Lebensrealität der afro-indigenen Garífuna aus Honduras. Die Fortbildung findet auf Deutsch und Spanisch statt.

10.01.2022
Menschenrechte, Multimedia
Audio
Steffi Wassermann

Privatstädte in Honduras und die neue Regierung

Radiobeitrag

In Honduras könnten neue Zeiten anbrechen. Mit Xiomara Castro wurde das erste Mal eine Frau ins Präsident*innen-Amt gewählt. Und sie gehört der links-progressiven Partei Libre an. Doch das Erbe der vergangenen Regierung unter Juan Orlando Hernández lastet schwer: Unter seinem Regime wurde die Gewaltenteilung aufgeweicht und neoliberale Gesetze erlassen, die Land und Gemeingüter in die Hände von finanzkräftigen Investoren übergab. Die neue Präsidentin ist angetreten, um vieles davon wieder rückgängig zu machen. Radiobeitrag zu den Privatstädten…

31.12.2021
Bildungsmaterial, Globales Lernen, Menschenrechte
Unterrichtsmaterialien
Andrea Molina, Steffi Wassermann

LOS GARÍFUNAS - PUEBLOS NEGROS EN AMÉRICA LATINA

Bildungsmaterialien für den Spanischunterricht (Sek II)

Bildungsmaterial über die Lebensrealität, Herausforderungen und existenzielle Bedrohungen von Schwarzen Gemeinschaften in Lateinamerika. Am Beispiel der Garífuna aus Honduras, lernen die Schüler*innen eine afro-indigene Gemeinschaft kennen und setzen sich mit ihrer Geschichte, Herkunft und ihren aktuelle Kämpfen auseinander.

Di, 21.12.2021 / 18:30 – 20:30
Menschenrechte
Film + Gespräch

Expulsados - Vertrieben

Dokumentation über die Sonderwirtschaftszonen (ZEDEs) in Honduras

Filmvorführung (dt. UT) und Gespräch
Online via Zoom, Spanisch mit Simultanübersetzung ins Deutsche

Dort, wo in Honduras  extraterritoriale Sonderentwicklungszonen (Privatstädte, ZEDEs) geplant und gebaut werden, fürchten die Menschen Vertreibung. Der honduranische Filmemacher Dassaev Aguilar hat die Orte besucht, an denen aktuell die ZEDE Próspera und die ZEDE Morazán entstehen. Er hat Investoren und Betreiber interviewt, mit Einwohner*innen der betroffenen Gemeinden gesprochen und die Protestbewegung gegen die ZEDE porträtiert.

Wir diskutieren mit Dassaev Aguilar  über seine 43-minütige Dokumentation und mit einem/einer Expertin aus Honduras über die aktuelle Frage: Kann es der designierten Mittelinks-Regierung unter Xiomara Castro gelingen, die ZEDE zu stoppen?

Di, 14.12.2021 / 18:00 – 19:30
Menschenrechte, Straflosigkeit
Veranstaltung

Wenn das Eintreten für Grundrechte zur Straftat wird

Kriminalisierung als Strategie gegen unliebsamen Protest in Deutschland und Honduras

Politischer Aktivismus wird weltweit zunehmend erschwert. In vielen Ländern werden Aktivist*innen aufgrund ihrer Arbeit überwacht, verfolgt, bedroht oder mit Berufsverboten belegt. Eine weitere Strategie, die zunehmend beobachtet wird, ist die Kriminalisierung. Hier wendet sich das Gesetz, das politischen Aktivismus eigentlich gewährleistet sollte, gezielt gegen die Aktivist*innen selber. Engagement gegen ungerechte Verhältnisse wird so in die Nähe zu Straftaten gerückt und repressive Maßnahmen dagegen bekommen einen Anschein von Legitimität.