
IM DEZEMBER 2025 HABEN WIR UNSER ARCHIV AN DAS IBERO-AMERIKANISCHE INSTITUT ÜBERGEBEN. DIE ERFASSUNG UND EINARBEITUNG UNSERER MATERIALIEN WIRD EINIGE ZEIT IN ANSPRUCH NEHMEN, IST ABER FÜR DAS JAHR 2026 GEPLANT. ANSCHLIEßEND WERDEN UNSERE BESTÄNDE ÜBER DEN KATALOG DES IAI WIEDER ZUGÄNGLICH SEIN.
Unser Archiv ist 1974 im Kontext der Solidaritäts- und ”Dritte-Welt-Bewegung” entstanden und gehörte zu den größten unabhängigen, nicht-staatlichen Lateinamerika-Archiven im deutschsprachigen Raum.
Bereits Ende 2011 haben wir die Aufnahme neuer Materialien eingestellt. Gründe dafür waren der zunehmende Platzmangel und die fehlenden personellen wie finanziellen Kapazitäten, um neu eingehende Materialien sachgerecht einzupflegen. Der inhaltliche Fokus sollte zukünftig darauf gelegt werden, den historischen Teil des Archivs (bis ca. Anfang der 1990er Jahre) zu erhalten und einer breiteren Öffentlichkeit hier wie in Lateinamerika zugänglicher zu machen.
In den folgenden Jahren sind jedoch alle Anläufe gescheitert, Teile der Archivs weiter zu erschließen, auch Initiativen, Teilbestände zu digitalisieren, konnten aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden. Gleichsam haben in den letzten Jahren nur wenige Forscher*innen das Archiv für Recherchen aufgesucht und genutzt. Zudem mussten wir feststellen, dass manche Archivarien altersbedingt Gefahr laufen, schweren Schaden zu nehmen.
Schweren Herzens haben wir uns deshalb dafür entschieden, unser Archiv an das Ibero-Amerikanische Institut (IAI) zu übergeben. Diese Institution verfügt, im Gegensatz zu vielen nicht-staatlichen Archiven, über die notwendigen Kapazitäten, den Bestand auf Dauer zu erhalten. Auch werden unsere Materialien nach und nach vom IAI erfasst und zugänglich gemacht. Die katalogisierten Dokumente werden mit einem Hinweis versehen, dass sie ursprünglich aus dem FDCL-Archiv stammen. So können wir sicherstellen, dass die jahrzehntelange unermüdliche Arbeit und die bewegte Archiv-Geschichte sichtbar bleiben.
Recherche
- Online-Recherche in der Archiv3- Datenbank und Bestellung von Materialien.
Archivbestand
Bucharchiv:
Ca. 4000 Bände der Bibliothek können online in der Archiv3-Datenbank und vor Ort recherchiert werden.
Zeitschriftenarchiv:
Hier ist der Gesamtbestand des FDCL-Archivs an Zeitschriften, von den 70er Jahren bis Ende der 1990er Jahre, alphabetisch und nach Ländern aufgeführt. Seit 1991 wurden die einzelnen Artikel in der Archiv3-Datenbank erfasst und sind dort online recherchierbar. Für ältere Artikel steht ein Zettelkatalog zur Verfügung.
Zeitungsausschnittsarchiv:
Das Zeitungsausschnittsarchiv mit ca. 200.000 Zeitungsartikeln, von 1973 bis heute (teilweise auch ältere Bestände) zu allen Ländern Lateinamerikas und zu verschiedenen Themenbereichen kann vor Ort genutzt werden. Die Artikel sind chronologisch und nach Schlagworten (Lateinamerika und International) systematisiert, was eine einfache und gezielte Suche nach Thema, Land und Zeit ermöglicht.
Dokumentenarchiv:
Themen wie Chile, Rüstung, Multis, V. Centenario (1992 – 500 Jahre Lateinamerika), Frauen, Femizid, Zapatistas/Mexiko, u.a. stellen Sondersammlungen dar, die vor Ort eingesehen werden können. Die rund 80 Themenordner sind in der Archiv3-Datenbank erfasst und können dort online recherchiert werden.
Plakatarchiv:
Die wertvolle Plakatsammlung aus und zu Lateinamerika umfasst mehr als 350 Einzelstücke von Argentinien, Brasilien, Chile, über Nicaragua (Sandinistas) bis hin zur Solibewegung europaweit und ist vor Ort einsehbar. Eine digitale Erfassung zur Recherche ist geplant. Zur Auswahl bereits digitalisierter Plakate.
Digitalisierung der Zeitschrift Punto Final
Das Archiv besitzt den kompletten Bestand der chilenischen Zeitschrift Punto Final, der nur an wenigen Orten der Welt komplett vorhanden ist. In Chile selber sind die frühen Jahrgänge der Zeitschrift nicht einmal bei den Herausgebern derselben zu bekommen. In einem ehrenamtlichen Projekt des FDCL wurden die 200 historischen Ausgaben von 1965 (dem Gründungsjahr) bis 1973 (dem Jahr des Militärputsches) digitalisiert. Über eine DVD und im Internet ist jetzt der weltweite digitale Zugriff auf diese Zeitschrift möglich.

