Menschenrechte

demo-leipziger

Mo, 05.12.2022 / 18:30 – 20:00
FDCL
Bergbau, Konzernkritik, Straflosigkeit
Veranstaltung

#GuapinolResiste

Widerstand gegen Eisenerz-Bergbau in Honduras

Im Nationalpark Carlos Escaleras wird in zwei Tagebauen Eisenerz gefördert. Die Förderung findet in teils besonders schützenswerten Bereichen des Parks statt. Direkt neben der Gemeinde Guapinol wurde zudem eine Pelletieranlage für die Weiterverarbeitung errichtet. Ein eigenes Kraftwerk soll den notwendigen Strom liefern. Seit Jahren kämpfen Aktivist*innen in der Region von Tocoa im Norden von Honduras um ihr Trinkwasser und den Erhalt des Nationalparks. Die Flüsse San Pedro und Guapinol, die für die Gemeinden eine wichtige Rolle spielen, wurden verschmutzt und es droht die irreparable Zerstörung des Nationalparks und des dortigen Wasserschutzgebietes. Mit Reynaldo Dominguez, Mitglied des Gemeindekomitee in Tocoa.

Mi, 30.11.2022 / 18:30 – 20:30
Brot für die Welt
Klima/Biodiversität, Landwirtschaft, Menschenrechte
Veranstaltung

Brasilien nach den Wahlen: Gute Aussichten für Ernährungssicherheit, Agrarökologie und das Weltklima?

Chancen und Grenzen für einen Richtungswechsel in der brasilianischen Agrar- und Umweltpolitik

Brasilien hat gewählt
Mit einem denkbar knappen Vorsprung konnte sich bei der Stichwahl am 30.Oktober Lula da Silva als Präsidentschaftskandidat einer politisch heterogenen Allianz von weit links bis ins konservativ-bürgerliche Lager hinein gegen den amtierenden rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro durchsetzen. Absehbar wird die neue Regierung am 1.Januar 2023 ihr Amt antreten – und sich mit einer ultrakonservativen Mehrheit von Bolsonaro Anhänger*innen in Parlament und Bundesstaaten konfrontiert sehen. Angesichts des Zerstörungswerkes der Regierung Bolsonaro warten auf Lula und die neue brasilianische Regierung vielfältige und große Herausforderungen: Die tiefe politische Spaltung des Landes muss überwunden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wieder gestärkt, Armut und Hunger reduziert sowie ein Richtungswechsel in der Ernährungs-, Agrarpolitik wie auch der Umweltpolitik angegangen werden.

Di, 29.11.2022 / 17:00 – 19:00
Klima/Biodiversität, Menschenrechte
Veranstaltung

Wettlauf gegen die Zeit: Indigene Territorien und die Rettung Amazoniens

Die Studie „La Amazonía a contrarreloj“

Indigene Territorien spielen die entscheidende Rolle bei allen Maßnahmen zur Rettung Amazoniens. Das belegt die neue Studie „Amazonien im Wettlauf gegen die Zeit“ mit Zahlen und neuen Erkenntnissen. Es sind noch drei Jahre Zeit, um 80 % des amazonischen Regenwaldes zu erhalten und damit das Kippen des Ökosystems zu verhindern, so die Studie. Gemeinsam mit dem indigenen Dachverband COICA formulieren die Autor*innen konkrete Forderungen und Maßnahmen, was in den nächsten drei Jahren getan werden muss.

Fr, 25.11.2022 / 18:00 – 20:00
Menschenrechte, Straflosigkeit
Veranstaltung

Die Suche nach den Verschwundenen in Kolumbien

Online-Fachgespräch

Foto: CEV Colombia

Der 2016 unterzeichnete kolumbianische Friedensvertrag schuf einen umfassenden Mechanismus der Übergangsjustiz (Sistema Integral de Verdad, Justicia, Reparación y No-Repetición – SIVJRNR) mit drei zeitlich begrenzten Institutionen: Die Wahrheitskommission war für die historische Aufarbeitung des Konflikts zuständig und hat mit der Veröffentlichung ihres Abschlussberichts im vergangenen Juni ihr 4-jährige Arbeit beendet. Die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (JEP) ist für die strafrechtliche Aufarbeitung zuständig und die Sondereinheit zur Suche von verschwundenen Personen (Unidad de Búsqueda de Personas dadas por Desaparecidas – UBPD) hat das ambitionierte Ziel herauszufinden, was mit den vielen tausend gewaltsam verschwundener Personen im Rahmen des kolumbianischen Konflikts geschehen ist und wo ihre sterblichen Überreste verblieben sind. Die Arbeit von JEP und UBPD ist auf maximal 20 Jahre angelegt.

Laut dem Bericht der kolumbianischen Wahrheitsheitskommission wurden zwischen 1985 und 2018 in Kolumbien 121.478 Menschen Opfer von gewaltsamem Verschwindenlassen – unter Einbeziehung der Dunkelziffer steigt diese Zahl sogar auf 210.000. Diese Zahl übersteigt die Zahl aller gewaltsam Verschwundenen während der Diktaturen des Cono Sur (Südkegel Lateinamerikas) zusammen bei weitem.

Einige Monate nach dem Antritt der Regierung von Gustavo Petro und Francia Márquez wollen wir uns bei diesem Fachgespräch mit der gegenwärtigen Situation und Perspektiven bei der Suche nach Verschwundenen befassen. Wir diskutieren dazu mit drei Expert*innen:

Rainer Huhle, promovierter Politikwissenschaftler, ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Nürnberger Menschenrechtszentrums e.V. (NMRZ). Von 2011 bis 2019 war er Mitglied des UN-Ausschusses gegen das Verschwindenlassen. Für das FDCL verfasste er kürzlich eine Studie zum  Phänomen Straflosigkeit und seiner Verortung im lateinamerikanischen Kontext in Vergangenheit und Gegenwart.

Tininiska Zanger Montoya promoviert zur Rückkehr linker oppositioneller Kolumbianer*innen aus dem politischen Exil. Sie ist Verfasserin der von FDCL und Nodo Alemania herausgegebenen Studie: Die kolumbianische Wahrheitskommission: Der Disput um die Erinnerung, die in den kommenden Tagen erscheinen wird.

Cesar Santoyo Santos ist Direktor der kolumbianischen Nicht-Regierungsorganisation Colectivo Sociojurídico Orlando Fals Borda. Die Organisation unterstützt die Suche nach Verschwundenen und bietet Angehörigen juristischen und psycho-sozialen Beistand.

Die Veranstaltung wird moderiert von Julián Barajas Jaimes, Historiker, Mitglied des Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia und Studierender des binationalen Masterstudiengangs in Conflict, Memory, and Peace der Universidad del Rosario in Kolumbien und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, Stipendiat des KAAD.

Veranstaltet von: FDCL in Kooperation mit dem Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia

Online-Veranstaltung via Zoom
Freitag, 25.11.2022, 18:00-20:00 Uhr

Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 24.11.2022 unter der Email: jan.stehle [at] fdcl.org
Einige Stunden vor der Online-Veranstaltung erfolgt die Zusendung des Zoom-links

+++español+++

Conversatorio online:

La búsqueda de los desaparecidos en Colombia

Viernes, 25 de noviembre de 2022, 18:00-20:00 hrs.

Evento online vía Zoom. Se solicita inscripción (véase abajo)

El evento se celebrará en alemán y español con traducción simultánea al otro idioma.

El acuerdo de paz colombiano firmado en 2016 creó un mecanismo integral de justicia transicional (Sistema Integral de Verdad, Justicia, Reparación y No Repetición – SIVJRNR) con tres instituciones temporales: La Comisión de la Verdad se encargó de la dimensión histórica del conflicto y concluyó su trabajo de 4 años con la publicación de su informe final el pasado mes de junio. La Jurisdicción Especial para la Paz (JEP) se encarga del proceso penal y la Unidad de Búsqueda de Personas dadas por Desaparecidas (UBPD) tiene el ambicioso objetivo de averiguar qué ha pasado con los muchos miles de desaparecidos forzosos en el conflicto colombiano y dónde han quedado sus restos mortales. Está previsto que el trabajo de la JEP y la UBPD se extiendan por un máximo de 20 años.

Según el informe de la Comisión de la Verdad de Colombia, 121.478 personas fueron víctimas de desapariciones forzadas en Colombia entre 1985 y 2018 -si se incluye el subregistro, esta cifra se puede elevar a 210.000. Esta cifra supera con creces el número de todas las desapariciones forzadas durante las dictaduras del Cono Sur.

A pocos meses de la toma de posesión del gobierno de Gustavo Petro y Francia Márquez, queremos discutir la situación actual y las perspectivas en la búsqueda de los desaparecidos. Lo discutiremos con tres expertos:

Rainer Huhle, doctor en ciencias políticas, es miembro fundador del Centro de Derechos Humanos de Núremberg (NMRZ). De 2011 a 2019, fue miembro del Comité de la ONU contra las Desapariciones Forzadas. Recientemente escribió un estudio para el FDCL sobre el fenómeno de la impunidad y su ubicación en el contexto latinoamericano, pasado y presente.

Tininiska Zanger Montoya está haciendo un doctorado sobre el regreso de los colombianos de la oposición de izquierdas del exilio político. Es autora del estudio publicado por el FDCL y el Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia: La disputa por la memoria, que se publicará en los próximos días.

César Santoyo Santos es director de la organización no gubernamental colombiana Colectivo Sociojurídico Orlando Fals Borda. La organización apoya la búsqueda de los desaparecidos y ofrece a los familiares apoyo jurídico y psicosocial.

El evento será moderado por  Julián Barajas Jaimes, historiador, integrante de. Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia y estudiante del Master de Conflict, Memory, and Peace de la Universidad del Rosario en Colombia y de la Universidad Católica Eichstätt-Ingolstadt, becario del KAAD.

Organizado por: FDCL en cooperación con el Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia.

Evento en línea a través de Zoom

Viernes, 25.11.2022, 18:00-20:00

Por favor, inscríbase antes del 24.11.2022 en la siguiente dirección de correo electrónico: jan.stehle [at] fdcl.org

El enlace del Zoom se enviará unas horas antes del evento.

22.11.2022
Menschenrechte, Straflosigkeit
Studien

Die kolumbianische Wahrheitskommission: Der Disput um die Erinnerung

Was ist Wahrheit und wie ist es möglich diese Wahrheit in einem Land zu finden, welches sich wei­terhin im Konflikt befindet? An welche (Teile der) Vergangenheit soll erinnert werden? Wem nützt diese Wahrheit, wen bedroht sie? Und warum versuchen breite Teile der Gesellschaft so dezidiert zu vermei­den, dass die Wahrheit über den Konflikt ans Licht kommt?

Im vorliegenden Text werden der Entstehungskontext der kolumbianischen Wahrheitskommission, ihr Aufbau und ihr Mandat beschrieben, sowie die Auseinandersetzungen um Wahrheit, Gerechtigkeit und Erinnerungspoli­tik, die in Folge des Friedensabkommens und der Arbeit der Kommission deutlich geworden sind. Auch die Hauptergebnisse und die Empfehlungen des Berichts werden skizziert.

Fr, 18.11.2022 / 18:30
FDCL
Menschenrechte
Veranstaltung

MODELOS DE TRANFORMACIÓN SOCIAL

El paro civico de Buenaventura en Colombia

Gespräch mit María Miyela Riascos Riascos, afro-kolumbianische feministische Aktivistin aus der ländlichen Gegend in der Nähe von Buenaventura. Sie wird über ihr Engagement im Movimiento del paro civico, in der sozial-ökologischen Organisation ARIBI und der Sozialpastorale von Buenaventura berichten.

Mi, 16.11.2022
Menschenrechte
Beitrag

Lula wird Präsident – Brasilien atmet auf!

Foto: Thomas Fatheuer

Der Machtwechsel in Brasilien stärkt die Demokratie. Auch Umwelt und Klima stehen wieder auf der Agenda. Von Thomas Fatheuer Dieser Beitrag erschien zuerst auf der Webseite der Heinrich-Böll-Stiftung. Mit freundlicher Genehmigung übernommen von: FDCL Von Thomas Fatheuer Als in der Nacht vom 30. Oktober feststand, dass Lula da Silva die Wahlen gewonnen hatte, erfasste eine … weiterlesen

15.11.2022
Menschenrechte, Straflosigkeit
Studien
Eva Kalny

Mangelnde Rechtsstaatlichkeit in Guatemala

Kontinuitäten und Brüche

Mehr als zwei Dutzend ehemalige Amtsträger:innen des guatemaltekischen Justizsystems befinden sich aktuell im Exil, andere unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen in Haft oder unter Hausarrest. Auf eine Phase des Aufbruchs und der Hoffnung, in der weitreichende Netzwerke krimineller Strukturen innerhalb des Staates aufgedeckt wurden, folgt nun die radikale Demontage der Rechtsstaatlichkeit.
Dieses Paper erläutert die historischen Wurzeln eines Rechtssystems, das dafür geschaffen wurde, die Privilegien einiger weniger zu verteidigen und durchzusetzen. Die gesellschaftliche Ordnung und die Machtbeziehungen, die durch den Kolonialismus geschaffen wurden, wirken bis heute sowohl innerhalb des Landes als auch in transnationalen wirtschaftlichen Beziehungen fort.

Mo, 14.11.2022 / 15:00 – 18:00
Globales Lernen, Menschenrechte, Migration
Veranstaltung

Los Mapuche – Migrationsprozesse zwischen Deutschland und Chile

Online-Fortbildung für Lehrkräfte, Spanisch Sek II

Der 1818 entstandene chilenische Nationalstaat unterstützte die Einwanderung von Deutschen und Europäern/-innen ausdrücklich und versprach sich davon Fortschritt im Sinne einer westlichen Entwicklungslogik. Viele der Gebiete, in denen sich die Deutschen niederließen, waren Gebiete der indigenen Mapuche, die durch die Ansiedlung immer weiter verdrängt wurden. Diese Geschichten von Emigration und erzwungener Migration legten den Grundstein für einen Konflikt, der bis heute nicht gelöst ist. Die zweisprachige Fortbildung stellt Materialien für die Behandlung dieses Themas im Unterricht vor.

Di, 08.11.2022 / 19:00 – 21:00
Menschenrechte
Veranstaltung

Brasilien am Scheideweg

Wahl zwischen Demokratie und Autoritarismus

Am 30. Oktober 2022 wird in Brasilien ein neuer Präsident gewählt. Das Ergebnis wird äußerst knapp ausfallen. Zudem ist offen, ob der amtierende Präsident eine Niederlage akzeptieren wird.
Unter der Regierung des rechtsradikalen Bolsonaro hat sich Brasilien verändert: Zahlreiche Militärs besetzen führende Positionen in Regierung und Staatsapparat.