Straflosigkeit

No_al_Punto_Final

31.12.2022
Menschenrechte, Multimedia, Straflosigkeit
Audio
John Mark Shorak und Robert Swoboda

Honduras - Zwischen Hoffnung und Korruption

Ohren auf Lateinamerika - Podcast #7

ohren auf lateinamerika

Mit dem Rückblick auf ein Jahr Präsidentschaft von Xiomara Castro schauen wir uns an, was sie gegen die großen Probleme Korruption, Gewalt und Straflosigkeit in Honduras veranlasst hat. Die Präsidentin verhängte im Dezember 2022 ein Ausnahmezustand in Teilen des Landes, der sich gegen kriminelle Banden und deren systematische Erpressungen richtet. Doch die Bedrohung der öffentlichen Sicherheit kommt auch aus dem inneren des Staates, und das nicht erst seitdem ihr Vorgänger Juan Orlando Hernández die organisierte Kriminalität zum Partner seiner Regierung machte. Wir haben mit der Menschenrechtsverteidigerin Yessica Trinidad und dem Anwalt Joaquín Mejía über die Situation gesprochen.

07.12.2022
Menschenrechte, Multimedia, Straflosigkeit
Audio
Markus Plate

Radiobeitrag: Vom Hoffnungsträger zum Diktator

Wie Nayib Bukele in El Salvador Demokratie und Rechtsstaat demontiert

Als Nayib Bukele vor vier Jahren in El Salvador bei den Präsidentschaftswahlen antrat, galt er als unkonventioneller Hoffnungsträger, einer der die politische Spaltung nach der Militärdiktatur und dem Bürgerkrieg in den 1980er Jahren überwinden, die Bandengewalt eindämmen und die Korruption bekämpfen könnte. Hohe Zustimmungsraten erzielt Bukele noch immer, auch wenn er das mittelamerikanische Land systematisch zu einer Diktatur zurückverwandelt, wie immer mehr Kritiker*innen sagen. Markus Plate hat sich das System Bukele angeschaut.

Mo, 05.12.2022 / 18:30 – 20:00
FDCL
Bergbau, Konzernkritik, Straflosigkeit
Veranstaltung

#GuapinolResiste

Widerstand gegen Eisenerz-Bergbau in Honduras

Im Nationalpark Carlos Escaleras wird in zwei Tagebauen Eisenerz gefördert. Die Förderung findet in teils besonders schützenswerten Bereichen des Parks statt. Direkt neben der Gemeinde Guapinol wurde zudem eine Pelletieranlage für die Weiterverarbeitung errichtet. Ein eigenes Kraftwerk soll den notwendigen Strom liefern. Seit Jahren kämpfen Aktivist*innen in der Region von Tocoa im Norden von Honduras um ihr Trinkwasser und den Erhalt des Nationalparks. Die Flüsse San Pedro und Guapinol, die für die Gemeinden eine wichtige Rolle spielen, wurden verschmutzt und es droht die irreparable Zerstörung des Nationalparks und des dortigen Wasserschutzgebietes. Mit Reynaldo Dominguez, Mitglied des Gemeindekomitee in Tocoa.

Fr, 25.11.2022 / 18:00 – 20:00
Menschenrechte, Straflosigkeit
Veranstaltung

Die Suche nach den Verschwundenen in Kolumbien

Online-Fachgespräch

Foto: CEV Colombia

Der 2016 unterzeichnete kolumbianische Friedensvertrag schuf einen umfassenden Mechanismus der Übergangsjustiz (Sistema Integral de Verdad, Justicia, Reparación y No-Repetición – SIVJRNR) mit drei zeitlich begrenzten Institutionen: Die Wahrheitskommission war für die historische Aufarbeitung des Konflikts zuständig und hat mit der Veröffentlichung ihres Abschlussberichts im vergangenen Juni ihr 4-jährige Arbeit beendet. Die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (JEP) ist für die strafrechtliche Aufarbeitung zuständig und die Sondereinheit zur Suche von verschwundenen Personen (Unidad de Búsqueda de Personas dadas por Desaparecidas – UBPD) hat das ambitionierte Ziel herauszufinden, was mit den vielen tausend gewaltsam verschwundener Personen im Rahmen des kolumbianischen Konflikts geschehen ist und wo ihre sterblichen Überreste verblieben sind. Die Arbeit von JEP und UBPD ist auf maximal 20 Jahre angelegt.

Laut dem Bericht der kolumbianischen Wahrheitsheitskommission wurden zwischen 1985 und 2018 in Kolumbien 121.478 Menschen Opfer von gewaltsamem Verschwindenlassen – unter Einbeziehung der Dunkelziffer steigt diese Zahl sogar auf 210.000. Diese Zahl übersteigt die Zahl aller gewaltsam Verschwundenen während der Diktaturen des Cono Sur (Südkegel Lateinamerikas) zusammen bei weitem.

Einige Monate nach dem Antritt der Regierung von Gustavo Petro und Francia Márquez wollen wir uns bei diesem Fachgespräch mit der gegenwärtigen Situation und Perspektiven bei der Suche nach Verschwundenen befassen. Wir diskutieren dazu mit drei Expert*innen:

Rainer Huhle, promovierter Politikwissenschaftler, ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Nürnberger Menschenrechtszentrums e.V. (NMRZ). Von 2011 bis 2019 war er Mitglied des UN-Ausschusses gegen das Verschwindenlassen. Für das FDCL verfasste er kürzlich eine Studie zum  Phänomen Straflosigkeit und seiner Verortung im lateinamerikanischen Kontext in Vergangenheit und Gegenwart.

Tininiska Zanger Montoya promoviert zur Rückkehr linker oppositioneller Kolumbianer*innen aus dem politischen Exil. Sie ist Verfasserin der von FDCL und Nodo Alemania herausgegebenen Studie: Die kolumbianische Wahrheitskommission: Der Disput um die Erinnerung, die in den kommenden Tagen erscheinen wird.

Cesar Santoyo Santos ist Direktor der kolumbianischen Nicht-Regierungsorganisation Colectivo Sociojurídico Orlando Fals Borda. Die Organisation unterstützt die Suche nach Verschwundenen und bietet Angehörigen juristischen und psycho-sozialen Beistand.

Die Veranstaltung wird moderiert von Julián Barajas Jaimes, Historiker, Mitglied des Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia und Studierender des binationalen Masterstudiengangs in Conflict, Memory, and Peace der Universidad del Rosario in Kolumbien und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, Stipendiat des KAAD.

Veranstaltet von: FDCL in Kooperation mit dem Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia

Online-Veranstaltung via Zoom
Freitag, 25.11.2022, 18:00-20:00 Uhr

Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 24.11.2022 unter der Email: jan.stehle [at] fdcl.org
Einige Stunden vor der Online-Veranstaltung erfolgt die Zusendung des Zoom-links

+++español+++

Conversatorio online:

La búsqueda de los desaparecidos en Colombia

Viernes, 25 de noviembre de 2022, 18:00-20:00 hrs.

Evento online vía Zoom. Se solicita inscripción (véase abajo)

El evento se celebrará en alemán y español con traducción simultánea al otro idioma.

El acuerdo de paz colombiano firmado en 2016 creó un mecanismo integral de justicia transicional (Sistema Integral de Verdad, Justicia, Reparación y No Repetición – SIVJRNR) con tres instituciones temporales: La Comisión de la Verdad se encargó de la dimensión histórica del conflicto y concluyó su trabajo de 4 años con la publicación de su informe final el pasado mes de junio. La Jurisdicción Especial para la Paz (JEP) se encarga del proceso penal y la Unidad de Búsqueda de Personas dadas por Desaparecidas (UBPD) tiene el ambicioso objetivo de averiguar qué ha pasado con los muchos miles de desaparecidos forzosos en el conflicto colombiano y dónde han quedado sus restos mortales. Está previsto que el trabajo de la JEP y la UBPD se extiendan por un máximo de 20 años.

Según el informe de la Comisión de la Verdad de Colombia, 121.478 personas fueron víctimas de desapariciones forzadas en Colombia entre 1985 y 2018 -si se incluye el subregistro, esta cifra se puede elevar a 210.000. Esta cifra supera con creces el número de todas las desapariciones forzadas durante las dictaduras del Cono Sur.

A pocos meses de la toma de posesión del gobierno de Gustavo Petro y Francia Márquez, queremos discutir la situación actual y las perspectivas en la búsqueda de los desaparecidos. Lo discutiremos con tres expertos:

Rainer Huhle, doctor en ciencias políticas, es miembro fundador del Centro de Derechos Humanos de Núremberg (NMRZ). De 2011 a 2019, fue miembro del Comité de la ONU contra las Desapariciones Forzadas. Recientemente escribió un estudio para el FDCL sobre el fenómeno de la impunidad y su ubicación en el contexto latinoamericano, pasado y presente.

Tininiska Zanger Montoya está haciendo un doctorado sobre el regreso de los colombianos de la oposición de izquierdas del exilio político. Es autora del estudio publicado por el FDCL y el Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia: La disputa por la memoria, que se publicará en los próximos días.

César Santoyo Santos es director de la organización no gubernamental colombiana Colectivo Sociojurídico Orlando Fals Borda. La organización apoya la búsqueda de los desaparecidos y ofrece a los familiares apoyo jurídico y psicosocial.

El evento será moderado por  Julián Barajas Jaimes, historiador, integrante de. Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia y estudiante del Master de Conflict, Memory, and Peace de la Universidad del Rosario en Colombia y de la Universidad Católica Eichstätt-Ingolstadt, becario del KAAD.

Organizado por: FDCL en cooperación con el Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia.

Evento en línea a través de Zoom

Viernes, 25.11.2022, 18:00-20:00

Por favor, inscríbase antes del 24.11.2022 en la siguiente dirección de correo electrónico: jan.stehle [at] fdcl.org

El enlace del Zoom se enviará unas horas antes del evento.

22.11.2022
Menschenrechte, Straflosigkeit
Studien

Die kolumbianische Wahrheitskommission: Der Disput um die Erinnerung

Was ist Wahrheit und wie ist es möglich diese Wahrheit in einem Land zu finden, welches sich wei­terhin im Konflikt befindet? An welche (Teile der) Vergangenheit soll erinnert werden? Wem nützt diese Wahrheit, wen bedroht sie? Und warum versuchen breite Teile der Gesellschaft so dezidiert zu vermei­den, dass die Wahrheit über den Konflikt ans Licht kommt?

Im vorliegenden Text werden der Entstehungskontext der kolumbianischen Wahrheitskommission, ihr Aufbau und ihr Mandat beschrieben, sowie die Auseinandersetzungen um Wahrheit, Gerechtigkeit und Erinnerungspoli­tik, die in Folge des Friedensabkommens und der Arbeit der Kommission deutlich geworden sind. Auch die Hauptergebnisse und die Empfehlungen des Berichts werden skizziert.

15.11.2022
Menschenrechte, Straflosigkeit
Studien
Eva Kalny

Mangelnde Rechtsstaatlichkeit in Guatemala

Kontinuitäten und Brüche

Mehr als zwei Dutzend ehemalige Amtsträger:innen des guatemaltekischen Justizsystems befinden sich aktuell im Exil, andere unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen in Haft oder unter Hausarrest. Auf eine Phase des Aufbruchs und der Hoffnung, in der weitreichende Netzwerke krimineller Strukturen innerhalb des Staates aufgedeckt wurden, folgt nun die radikale Demontage der Rechtsstaatlichkeit.
Dieses Paper erläutert die historischen Wurzeln eines Rechtssystems, das dafür geschaffen wurde, die Privilegien einiger weniger zu verteidigen und durchzusetzen. Die gesellschaftliche Ordnung und die Machtbeziehungen, die durch den Kolonialismus geschaffen wurden, wirken bis heute sowohl innerhalb des Landes als auch in transnationalen wirtschaftlichen Beziehungen fort.

Mi, 31.08.2022 / 16:00 – 19:00
Español, Menschenrechte, Straflosigkeit
Veranstaltung

Resistir desde la piel - Ternura radical para combatir la tristeza y la transfobia

Workshop por Lia García (La Novia Sirena), Ciudad de México

En este encuentro nos reencontraremos cuerpo a cuerpo y piel a piel para atravesar diversos afectos que surgen a partir de una crisis histórica que nos implica a todxs y que ha tenido como consecuencia encierro, distanciamiento y hostilidad; la transfobia.
A través de algunas detonaciones performáticas y táctiles extraídas del archivo personal de la artista y activista trans mexicana Lia García (La Novia Sirena) es que transitaremos de la incertidumbre que producen los cuerpos disidentes en la sociedad a la ternura radical como potencia trans*formadora e íntima que trastoca el alma y nos deja sanar colectivamente.

11.08.2022
Menschenrechte, Straflosigkeit
Studien

Das Phänomen Straflosigkeit und seine Verortung im lateinamerikanischen Kontext in Vergangenheit und Gegenwart

Rainer Huhle zeichnet in dieser Studie die Entwicklung des „Phänomens Straflosigkeit“ im lateinamerikanischen Kontext nach.  Er beschreibt und analysiert die Entwicklung von völkerrechtlichen Konventionen und internationalen Rechtsnormen und erläutert, wie eine Umsetzung von Staatenpflichten zur Strafverfolgung in Lateinamerika ohne die von der Zivilgesellschaft und insbesondere den Verbänden von Opferangehörigen entwickelten und vorgebrachten Forderungen kaum denkbar gewesen wäre.

14.06.2022
Menschenrechte, Multimedia, Straflosigkeit
Audio
Steffi Wassermann

Radiobeitrag: „Die Kugeln konnten meine Träume nicht zerstören"

Kinder und Jugendliche im bewaffneten Konflikt Kolumbiens

In Kolumbien herrscht seit Jahrzehnten ein bewaffneter Konflikt. Trotz des Friedensvertrags von 2016 zwischen Regierung und der FARC-Guerilla geht der Bürgerkrieg in vielen Regionen des lateinamerikanischen Landes unvermindert weiter. Eine der wenig beachteten Opfergruppen sind Kinder und Jugendliche, die zu Tausenden von verschiedenen bewaffneten Akteuren für den Krieg rekrutiert wurden und bis heute werden. Ein Dokumentarfilm erzählt nun einige der Geschichten aus ihrer Perspektive. Und es gibt Organisationen, die ehemalige rekrutierte Kinder und Jugendliche in Kolumbien unterstützen und begleiten.

Fr, 03.06.2022 / 18:00 – 21:00
Bergbau, Menschenrechte, Straflosigkeit
Veranstaltung

Transnationaler Widerstand gegen den Raubbau an der Natur

Info- und Vernetzungstreffen mit Aktivist*innen aus Lateinamerika und Deutschland auf der Anarche

Freitag, 3. Juni 2022 18-21 Uhr Treffpunkt: Rummelsburger Bucht Ob Kohletagebau in Deutschland, Abbau von Lithium in Bolivien, Eisenerzförderung in Honduras, weltweit ist der Hunger nach Rohstoffen ungestillt. Mit fatalen Folgen für Klima, Natur und die lokale Bevölkerung. Überall widersetzen sich Menschen auf unterschiedliche Weise gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen, doch der legitime Protest wird … weiterlesen