Schlagwort "Menschenrechte" (48)

Fr, 25.11.2022 / 18:00 – 20:00
Menschenrechte, Straflosigkeit
Veranstaltung

Die Suche nach den Verschwundenen in Kolumbien

Online-Fachgespräch

Foto: CEV Colombia

Der 2016 unterzeichnete kolumbianische Friedensvertrag schuf einen umfassenden Mechanismus der Übergangsjustiz (Sistema Integral de Verdad, Justicia, Reparación y No-Repetición – SIVJRNR) mit drei zeitlich begrenzten Institutionen: Die Wahrheitskommission war für die historische Aufarbeitung des Konflikts zuständig und hat mit der Veröffentlichung ihres Abschlussberichts im vergangenen Juni ihr 4-jährige Arbeit beendet. Die Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (JEP) ist für die strafrechtliche Aufarbeitung zuständig und die Sondereinheit zur Suche von verschwundenen Personen (Unidad de Búsqueda de Personas dadas por Desaparecidas – UBPD) hat das ambitionierte Ziel herauszufinden, was mit den vielen tausend gewaltsam verschwundener Personen im Rahmen des kolumbianischen Konflikts geschehen ist und wo ihre sterblichen Überreste verblieben sind. Die Arbeit von JEP und UBPD ist auf maximal 20 Jahre angelegt.

Laut dem Bericht der kolumbianischen Wahrheitsheitskommission wurden zwischen 1985 und 2018 in Kolumbien 121.478 Menschen Opfer von gewaltsamem Verschwindenlassen – unter Einbeziehung der Dunkelziffer steigt diese Zahl sogar auf 210.000. Diese Zahl übersteigt die Zahl aller gewaltsam Verschwundenen während der Diktaturen des Cono Sur (Südkegel Lateinamerikas) zusammen bei weitem.

Einige Monate nach dem Antritt der Regierung von Gustavo Petro und Francia Márquez wollen wir uns bei diesem Fachgespräch mit der gegenwärtigen Situation und Perspektiven bei der Suche nach Verschwundenen befassen. Wir diskutieren dazu mit drei Expert*innen:

Rainer Huhle, promovierter Politikwissenschaftler, ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Nürnberger Menschenrechtszentrums e.V. (NMRZ). Von 2011 bis 2019 war er Mitglied des UN-Ausschusses gegen das Verschwindenlassen. Für das FDCL verfasste er kürzlich eine Studie zum  Phänomen Straflosigkeit und seiner Verortung im lateinamerikanischen Kontext in Vergangenheit und Gegenwart.

Tininiska Zanger Montoya promoviert zur Rückkehr linker oppositioneller Kolumbianer*innen aus dem politischen Exil. Sie ist Verfasserin der von FDCL und Nodo Alemania herausgegebenen Studie: Die kolumbianische Wahrheitskommission: Der Disput um die Erinnerung, die in den kommenden Tagen erscheinen wird.

Cesar Santoyo Santos ist Direktor der kolumbianischen Nicht-Regierungsorganisation Colectivo Sociojurídico Orlando Fals Borda. Die Organisation unterstützt die Suche nach Verschwundenen und bietet Angehörigen juristischen und psycho-sozialen Beistand.

Die Veranstaltung wird moderiert von Julián Barajas Jaimes, Historiker, Mitglied des Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia und Studierender des binationalen Masterstudiengangs in Conflict, Memory, and Peace der Universidad del Rosario in Kolumbien und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, Stipendiat des KAAD.

Veranstaltet von: FDCL in Kooperation mit dem Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia

Online-Veranstaltung via Zoom
Freitag, 25.11.2022, 18:00-20:00 Uhr

Wir bitten um eine Anmeldung bis zum 24.11.2022 unter der Email: jan.stehle [at] fdcl.org
Einige Stunden vor der Online-Veranstaltung erfolgt die Zusendung des Zoom-links

+++español+++

Conversatorio online:

La búsqueda de los desaparecidos en Colombia

Viernes, 25 de noviembre de 2022, 18:00-20:00 hrs.

Evento online vía Zoom. Se solicita inscripción (véase abajo)

El evento se celebrará en alemán y español con traducción simultánea al otro idioma.

El acuerdo de paz colombiano firmado en 2016 creó un mecanismo integral de justicia transicional (Sistema Integral de Verdad, Justicia, Reparación y No Repetición – SIVJRNR) con tres instituciones temporales: La Comisión de la Verdad se encargó de la dimensión histórica del conflicto y concluyó su trabajo de 4 años con la publicación de su informe final el pasado mes de junio. La Jurisdicción Especial para la Paz (JEP) se encarga del proceso penal y la Unidad de Búsqueda de Personas dadas por Desaparecidas (UBPD) tiene el ambicioso objetivo de averiguar qué ha pasado con los muchos miles de desaparecidos forzosos en el conflicto colombiano y dónde han quedado sus restos mortales. Está previsto que el trabajo de la JEP y la UBPD se extiendan por un máximo de 20 años.

Según el informe de la Comisión de la Verdad de Colombia, 121.478 personas fueron víctimas de desapariciones forzadas en Colombia entre 1985 y 2018 -si se incluye el subregistro, esta cifra se puede elevar a 210.000. Esta cifra supera con creces el número de todas las desapariciones forzadas durante las dictaduras del Cono Sur.

A pocos meses de la toma de posesión del gobierno de Gustavo Petro y Francia Márquez, queremos discutir la situación actual y las perspectivas en la búsqueda de los desaparecidos. Lo discutiremos con tres expertos:

Rainer Huhle, doctor en ciencias políticas, es miembro fundador del Centro de Derechos Humanos de Núremberg (NMRZ). De 2011 a 2019, fue miembro del Comité de la ONU contra las Desapariciones Forzadas. Recientemente escribió un estudio para el FDCL sobre el fenómeno de la impunidad y su ubicación en el contexto latinoamericano, pasado y presente.

Tininiska Zanger Montoya está haciendo un doctorado sobre el regreso de los colombianos de la oposición de izquierdas del exilio político. Es autora del estudio publicado por el FDCL y el Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia: La disputa por la memoria, que se publicará en los próximos días.

César Santoyo Santos es director de la organización no gubernamental colombiana Colectivo Sociojurídico Orlando Fals Borda. La organización apoya la búsqueda de los desaparecidos y ofrece a los familiares apoyo jurídico y psicosocial.

El evento será moderado por  Julián Barajas Jaimes, historiador, integrante de. Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia y estudiante del Master de Conflict, Memory, and Peace de la Universidad del Rosario en Colombia y de la Universidad Católica Eichstätt-Ingolstadt, becario del KAAD.

Organizado por: FDCL en cooperación con el Nodo Alemania de Apoyo a la CEV Colombia.

Evento en línea a través de Zoom

Viernes, 25.11.2022, 18:00-20:00

Por favor, inscríbase antes del 24.11.2022 en la siguiente dirección de correo electrónico: jan.stehle [at] fdcl.org

El enlace del Zoom se enviará unas horas antes del evento.

22.11.2022
Menschenrechte, Straflosigkeit
Studien

Die kolumbianische Wahrheitskommission: Der Disput um die Erinnerung

Was ist Wahrheit und wie ist es möglich diese Wahrheit in einem Land zu finden, welches sich wei­terhin im Konflikt befindet? An welche (Teile der) Vergangenheit soll erinnert werden? Wem nützt diese Wahrheit, wen bedroht sie? Und warum versuchen breite Teile der Gesellschaft so dezidiert zu vermei­den, dass die Wahrheit über den Konflikt ans Licht kommt?

Im vorliegenden Text werden der Entstehungskontext der kolumbianischen Wahrheitskommission, ihr Aufbau und ihr Mandat beschrieben, sowie die Auseinandersetzungen um Wahrheit, Gerechtigkeit und Erinnerungspoli­tik, die in Folge des Friedensabkommens und der Arbeit der Kommission deutlich geworden sind. Auch die Hauptergebnisse und die Empfehlungen des Berichts werden skizziert.

Di, 08.11.2022 / 19:00 – 21:00
Menschenrechte
Veranstaltung

Brasilien am Scheideweg

Wahl zwischen Demokratie und Autoritarismus

Am 30. Oktober 2022 wird in Brasilien ein neuer Präsident gewählt. Das Ergebnis wird äußerst knapp ausfallen. Zudem ist offen, ob der amtierende Präsident eine Niederlage akzeptieren wird.
Unter der Regierung des rechtsradikalen Bolsonaro hat sich Brasilien verändert: Zahlreiche Militärs besetzen führende Positionen in Regierung und Staatsapparat.

Di, 08.11.2022 / 16:00 – 18:00
Bildungsmaterial, Español, Globales Lernen, Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft, Menschenrechte
Workshop

Productos de Latinoamérica en el supermercado: Zwischen nachhaltigem Konsum und Ausbeutung

Virtuelle Präsentation von Unterrichtsmaterialien für den Spanischunterricht in der Sekundarstufe II

Viele Produkte des täglichen Lebens haben ihren Ursprung in Lateinamerika. Während des Workshops werden wir Unterrichtsmaterial über industrielle Baumplantagen für die Herstellung von Papier, Pappe und Verpackungsmaterial präsentieren. Ebenso Methoden, um das Bewusstsein für die negativen Folgen von Monokulturen für die lokale Bevölkerung in Ländern des globalen Südens zu schärfen. Bei der Entwicklung dieses Bildungsmaterials spielten die Stimmen von Umweltaktivist*innen, Landwirt*innen und indigenen Gemeinschaften in Paraguay, Argentinien und Chile eine wichtige Rolle.

Des Weiteren werden wir Bildungsmaterial zum Thema Quinoa vorstellen. Hier liegt der inhaltliche Schwerpunkt darauf, sowohl den Ursprung der Quinoa als auch die Probleme, die mit der Zunahme ihres Konsums im Globalen Norden einhergehen, zu beleuchten.

Di, 13.09.2022 / 20:00 – 22:00
Buchladen Schwarze Risse
Menschenrechte
Veranstaltung

Podiumsdiskussion zum Buch "Brasilien über alles" von Niklas Franzen und die aktuelle Situation in Brasilien

Mit:
Niklas Franzen (Autor und Journalist für u.a. taz und nd)
Camila de Abreu (Advocacy und Politikdialog Brasilien-Deutschland bei FDCL)
Belén Díaz (Soziologin, FU Berlin und Forscherin zur „Neuen Rechten“)

Zum Buch:
»Brasilien über alles, Gott über allen«, lautete die Wahlkampfparole von Jair Bolsonaro. Sein fulminanter Aufstieg hat Brasilien verändert. Immer mehr Bagger rollen durch den Amazonas-Regenwald, in den Armenvierteln stirbt eine ganze Generation im Kugelhagel, Oppositionelle setzen sich aus Angst ins Ausland ab. Eine unheilige Allianz aus christlichen Fundamentalist*innen, Neoliberalen und Militärs versucht, Brasilien nach ganz rechts zu drehen. Eine »konservative Revolution« hat das Land erfasst.

Mo, 29.08.2022
Menschenrechte
Beitrag

Aide-Mémoire zur Menschenrechtsproblematik in Brasilien

Anlässlich eines Gesprächs des Forums Menschenrechte mit der Außenministerin Annalena Baerbock und der Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Luise Amtsberg, haben Brot für die Welt, die Gesellschaft für bedrohte Völker, Misereor, Terre des Hommes Deutschland (in Zusammenarbeit mit Deutscher Caritasverband e.V., Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile Lateinamerika FDCL, Kooperation Brasilien KoBra e.V.) ein Aide-Mémoire eingereicht, das die aktuelle … weiterlesen

11.08.2022
Menschenrechte, Straflosigkeit
Studien

Das Phänomen Straflosigkeit und seine Verortung im lateinamerikanischen Kontext in Vergangenheit und Gegenwart

Rainer Huhle zeichnet in dieser Studie die Entwicklung des „Phänomens Straflosigkeit“ im lateinamerikanischen Kontext nach.  Er beschreibt und analysiert die Entwicklung von völkerrechtlichen Konventionen und internationalen Rechtsnormen und erläutert, wie eine Umsetzung von Staatenpflichten zur Strafverfolgung in Lateinamerika ohne die von der Zivilgesellschaft und insbesondere den Verbänden von Opferangehörigen entwickelten und vorgebrachten Forderungen kaum denkbar gewesen wäre.

Fr, 08.07.2022 / 18:30
Menschenrechte
Veranstaltung

Adiós Neoliberalismo

Chile. Zukunft verfassen.

Gespräch mit der Aktivistin und Abgeordneten des
Verfassungskonvents Manuela Royo; anschließend Diskussion.
Moderation: Katja Maurer (medico)

Auf den Aufstand in Chile im Jahr 2019 folgte ein Referendum über eine neue Verfassung. Ein Jahr lang hat dann ein direkt gewählter Verfassungskonvent über ihren Inhalt beraten. Herausgekommen ist die erste sozial-ökologisch-feministische Verfassung der Welt. In einem weiteren Referendum wird am 4. September über ihre Annahme entschieden.

Mi, 06.07.2022 / 18:00 – 20:00
Menschenrechte, Português
Veranstaltung

Berliner Brasiliendialoge // Diálogos Brasil-Berlim

Panel 3: Öffentlichkeit, digitale Netzwerke und politische Kommunikation

Die entscheidenden Wahlen in 2022 // As eleições de 2022 e o futuro da democracia no Brasil
Die in den letzten Jahren in Brasilien – und nicht nur dort – zu beobachtende gesellschaftliche Polarisierung ist zu einem großen Teil auf die Radikalisierung der digitalen politischen Kommunikation zurückzuführen. Was macht die aktuelle politische Kommunikation in Brasilien aus, wie wirkt sie sich auf die Wahlen und das demokratische Zusammenleben aus?.

Mit:
Patrícia Campos Mello (Folha de São Paulo, Brasilien, angefragt)
Rodrigo Nunes (Pontifícia Universidade Católica do Rio de Janeiro, Brasilien)
Moderation und Diskussion: Christian Russau (FDCL), Belén Diaz (FU Berlin)

Mo, 20.06.2022 / 18:00 – 20:00
Español, Klima/Biodiversität, Menschenrechte
Veranstaltung

Die Klimakrise ist eine globale Gerechtigkeitskrise!

Auswirkungen des Klimawandels in Zentralamerika und die Debatte um internationale Klimafinanzierung

Für die Menschen in den zentralamerikanischen Ländern Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama sind Extremwetterereignisse schon lange bittere Realität. Zentralamerika zählt zu jenen Regionen im Globalen Süden, die am stärksten von den drastischen Auswirkungen des vom Menschen verursachten Klimaerhitzung betroffen sind und diesen am wenigsten entgegenzusetzen haben – gleichsam aber am wenigstens Verantwortung für die globale Klimakrise trägt. Die Hauptverursacher (historisch und bis heute) sind die (Industrie)Länder des Globalen Nordens.
Wie besonders betroffene Länder und Regionen von der internationalen Gemeinschaft im Umgang mit klimabedingten, nicht mehr vermeidbaren Verlusten und Schäden („losses and damages“) unterstützt werden können, ist seit langem ein (kontroverses) Thema der internationalen Klimaverhandlungen unter der Klimarahmenkonvention (UNFCCC).