Schlagwort "Landnahme" (113)

21.12.2021
Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft, Menschenrechte
Studien
Tobias Lambert

REFORMA AGRARIA POPULAR!

DIE LANDFRAGE IN LATEINAMERIKA NEU STELLEN?

Schon seit der Kolonialzeit ist Land in Lateinamerika höchst ungleich verteilt. Heute entfallen auf ein Prozent der ländlichen Grundstücke durchschnittlich mehr als die Hälfte der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche. Hinter den Zahlen verbirgt sich eine Ungleichheit, die enorme Folgen hat. Auf der einen Seite steht ein hochmodernes industrialisiertes Agrobusiness, das kaum Arbeitskräfte benötigt, jedoch die Gesundheit der Menschen sowie die Umwelt gefährdet. Auf der anderen ein kleinbäuerlicher Sektor, der in internationalen Entwicklungsdiskursen teilweise als anachronistisch, teilweise als Hoffnungsträger gilt, ohne jedoch auf ausreichende öffentliche Unterstützung setzen zu können. Ein Großteil der weltweit hungernden Menschen
lebt auf dem Land. Laut dem aktuellen UN-Welternährungsbericht stieg der Hunger während der Corona-Pandemie weiter an. Im Jahr 2020 waren demnach schätzungsweise bis zu 811 Millionen Menschen unterernährt, davon knapp 60 Millionen in Lateinamerika – fast 15 Millionen mehr als vor der Pandemie. Für insgesamt 2,27 Milliarden Menschen ist die Ernährungslage unsicher1. Wenn sich die industrialisierte Landwirtschaft immer mehr ausbreitet, bleibt weniger Land für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern übrig. Für Indigene geht Land als Ausdruck kultureller und spiritueller Identität zudem über ökonomische Sicherheit hinaus. Die Verfügbarkeit über eine Parzelle kann den Unterschied zwischen Subsistenz und extremer Armut machen.

18.12.2021
Agroenergie, Bergbau, Extraktivismus, Klima/Biodiversität, Konzernkritik, Landnahme, Menschenrechte, Rohstoffe
Dossier

Deutsche Unternehmen und der Hidroituango-Staudamm

Menschenrechtsverletzungen an Kolumbiens größtem Staudamm - Unternehmen verstoßen gegen die Sorgfaltspflichten

Deutsche Unternehmen und der Hidroituango-Staudamm

Erst lag das Flussbett trocken, dann kam die Flut. Am 28. April 2018 stand der Hidroituango-Staudamm im Nordwesten Kolumbiens vor dem Kollaps. Die Staumauer war noch nicht fertig gestellt, da staute sich auf der größten Baustelle des Landes urplötzlich der Cauca-Fluss auf. Über Tage kam unterhalb der Talsperre vom „blonden Patron“, wie die Flussbewohner*innen den Cauca mit Ehrfurcht und Zuneigung nennen, nicht mehr als ein Rinnsal an. Oberhalb trat gleichzeitig der Fluss rasend schnell über die Ufer und sorgte für weiträumige Überschwemmungen. Zwei Wochen später brachen die Wassermassen durch einen Gebirgstunnel unter der Anlage. Flutwellen überrollten flussabwärts die nahe gelegene Ufersiedlung Puerto Valdivia. Der Stausee war vorzeitig und unkontrolliert geflutet worden. Über Wochen konnten die Behörden nicht garantieren, dass die noch im Bau befindliche Talsperre nicht auch unter dem Druck des Wassers brechen würde. In einer Region, die wie kaum eine andere unter der Gewalt in Kolumbien gelitten hat, mussten über 31.000 Menschen fluchtartig ihre Häuser verlassen – darunter viele Überlebende des bewaffneten Konflikts. Der Sachschaden beläuft sich auf gut 2,61 Milliarden US-Dollar.

Di, 30.11.2021 / 19:00 – 21:00
Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft, Menschenrechte
Veranstaltung

VERANSTALTUNG IST ABGESAGT! Ist der Cerrado noch zu retten?

Die Bedeutung des Bioms und seiner traditionellen Völker in Zeiten des Klimawandels

„Ohne den Cerrado stirbt der Regenwald“, beschreiben WissenschaftlerInnen und UmweltschützerInnen die Bedeutung der wasserreichen Savanne. Der Cerrado als zweitgrößtes Ökosystem Brasiliens erstreckt sich südwestlich des Amazonasregenwaldes vom Bundesstaat Paraná bis Maranhão. Seine Artenvielfalt ist einmalig. Auf den sauren und ausgewaschenen Böden wachsen daran angepasste Bäume und Palmen wie Bacuri, Pequi und Babaçu. Als wichtiger Wasserspeicher für Brasiliens große Flüsse ist der Cerrado auch Quellgebiet des Amazonas. Doch das Biom ist in seiner Existenz bedroht, und mit ihm die Menschen die dort leben: KleinbäuerInnen, Indigene, FischerInnen, Quilombolas und genossenschaftliche WaldnutzerInnen.

Di, 30.11.2021
Bildungsmaterial, Globales Lernen, Menschenrechte
Beitrag

Hintergrundmaterial Garífuna Bildungsmodul

GARÍFUNA – PUEBLOS NEGROS EN AMÉRICA LATINA Hier können Sie Hinweise zur Nutzung der Materialien und Arbeitsblätter für Schüler*innen herunterladen (PDF): HIER können Sie die Materialien (Arbeitsblätter als docx., Audios, Bilder und Grafiken) herunterladen, um die Arbeitsblätter zu bearbeiten.   HIER KÖNNEN DIE AUDIOS ANGEHÖRT WERDEN, DIE ZUR BEARBEITUNG DER ARBEITSBLÄTTER BENÖTIGT WERDEN: 2a) Presentación … weiterlesen

Do, 25.11.2021 / 11:00 – 20:00
Extraktivismus, Klima/Biodiversität, Landnahme, Menschenrechte
Tagung

Cerrado-Tag

Der brasilianische Cerrado ist die artenreichste Savanne der Erde, er ist der Lebens- und Wirtschaftsraum von traditionellen Völkern und Gemeinschaften, die landwirtschaftliche Region in der tausende Sorten traditionellen Saatguts von seinen Bewohnern bewahrt werden und er ist Quellgebiet der meisten großen Flüsse Brasiliens.

Im Cerrado wurden aber auch in den letzten Jahrzehnten mehr als 50% der natürlichen Vegetation vernichtet, in ihm sind alle traditionellen Völker und Gemeinschaften akut oder potenziell bedroht, in ihm dehnen sich exportorientierte Monokulturen und Rinderweidewirtschaft weiterhin großflächig aus und seine Flüsse sind durch Bergbauabfälle massiv verseucht.

Allerdings ist der Cerrado in den großen internationalen Debatten kaum beachtet. Eine solche Debatte soll vom Cerrado-Tag angestoßen werden.

Mi, 17.11.2021
Bergbau, Klima/Biodiversität, Landnahme, Menschenrechte, Straflosigkeit
Beitrag

Erneute Bedrohungen gegen Alessandra Munduruku und Einbruch in ihr Haus

Die international renommierte indigene Menschenrechtsverteidigerin Alessandra Korap Munduruku, die gegen Bergbau und Staudämme in dem Munduruku-Territorium kämpft, wird erneut bedroht, und nun wurde vor wenigen Tagen in ihr Haus eingebrochen. 17.11.2021 | von Christian Russau Nur wenige Tage nach ihrer Rückkehr von der COP26 in Glasgow wurde das Haus von Alessandra Munduruku erneut überfallen. Die … weiterlesen

15.11.2021
Landwirtschaft, Menschenrechte, Rohstoffe
Dossier
Redaktionskollektiv der LN und FDCL e.V.

AUFRUHR AUF DEN STRASSEN

PROTESTE UND SOZIALE BEWEGUNGEN IN LATEINAMERIKA

EINE NEUE SOZIALE MOBILISIERUNG VON UNTEN Im Oktober 2019 gingen aus Santiago de Chile die Bilder des neu benannten „Platzes der Würde“ um die Welt. Abend für Abend versammelten sich Tausende von Menschen, um zu protestieren. Nicht nur gegen die Fahrpreiserhöhungen, die das Fass zum Überlaufen gebracht hatten. Sondern um ein Ende der unwürdigen Lebensbedingungen … weiterlesen

Di, 02.11.2021 / 18:00 – 20:00
Klima/Biodiversität, Konzernkritik, Landnahme, Menschenrechte
Veranstaltung

Landnahme im Regenwald

Das brasilianische Programm “Adoptiere einen Park”- Privatisierung von Schutzgebieten in Amazonien?

Die Zerstörung des größten Regenwaldes der Welt scheint unaufhaltsam voranzugehen. In Brasilien fungiert die Regierung Bolsonaro dazu noch wie ein Brandbeschleuniger. Aber der Kampf um den Erhalt des Waldes und den Lebensraum indigener Völker ist auch eine Konflikt um das Land. Landraub, Aneignung von Land ist vielfach die treibende Kraft für Entwaldung. Und es ist genau das, was die brasilianische Regierung nun mit Macht vorantreibt: die Übertragung von öffentlichem Land an private Besitzer, die damit sogar ein Recht auf Entwaldung erhalten.

Fr, 29.10.2021
Extraktivismus, Klima/Biodiversität, Landnahme, Menschenrechte
Beitrag

Positionspapier: Internationale Klimapolitik gerecht gestalten

Tropenstürme, extreme Dürrephasen oder Überschwemmungen infolge von Starknieder-schlägen: Zentralamerika leidet – wie viele Länder des Globalen Südens – besonders stark unter den Auswirkungen der Klimaerhitzung. Das Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen fordert vor Beginn der Weltklimakonferenz (COP26) vom 31.10. – 12.11., dass sich die Bundesregierung dafür einsetzt, dass industrialisierte Länder mehr Verantwortung übernehmen, die Länder des Südens … weiterlesen

Fr, 29.10.2021 / 11:00 – 13:30
Klima/Biodiversität, Landnahme, Menschenrechte
Veranstaltung

Berlin im Klima-Bündnis: Kommunen in Partnerschaft mit den indigenen Völkern und für den Schutz der Regenwälder Amazoniens

Fachgespräch mit Vertreter*innen der Berliner Politik, Verwaltung, Kommunalpolitiker*innen, Klima-Bündnis und Berliner Aktivist*innen

Berlin ist seit 1992 formelles Mitglied im „Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V.“ und gehört damit zu den Gründungsmitgliedern des heute weltweit größten Städtenetzwerks, dem inzwischen mehr als 1.800 Städte, Gemeinden und Landkreise aus 27 europäischen Ländern beigetreten sind.

Um dem Klimawandel entgegen zu treten und mehr Klimagerechtigkeit herzustellen, haben sich die Mitglieder im Rahmen des Klima-Bündnisses gemeinsam dazu verpflichtet,

1) mit lokalen Klimaschutzaktivitäten konkrete Klimaschutzziele zu erreichen.

2) den amazonischen Regenwald zu schützen und dabei mit den indigenen Völkern Amazoniens partnerschaftlich zusammenzuarbeiten und diese zu unterstützen.