Workshop

Was tun in Amazonien?

Zusammenarbeit und Solidarität mit Brasilien in schwierigen Zeiten

Zeit:
Do, den 07.11.2019 von 9:30-13:30 / 15:00-16:30 Uhr

Ort:
BVV-Saal des Rathaus Berlin-Charlottenburg
,
Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin

Die Zusammenarbeit mit Brasilien im Bereich des Tropenwaldschutzes steht vor einer großen Herausforderung: Präsident Jair Bolsonaro hat mit seinen Angriffen auf den Umweltschutz und die Rechte indigener Völker die zu erwartende Folgen verursacht: Der Regenwald steht in Flammen, seine Zerstörung steigt wieder steil an.

Die deutsche EZ hat seit 1992 in Brasilien schwerpunktmäßig die Erhaltung des Tropenwaldes unterstützt. 2008 begann mit dem Fundo Amazonia das weltweit größte Tropenwaldschutzprogramm – vorwiegend von Norwegen finanziert, aber auch mit deutscher Beteiligung. Darüber hinaus kooperieren die kirchlichen Hilfswerke BfdW und Misereor sowie viele NGOs mit zahlreichen Initiativen in der Region.

Auch wenn die Bilanz widersprüchlich ist – in der Vergangenheit gab es auch Erfolge. So sind heute mehr als 20% Amazoniens als indigene Territorien ausgewiesen und weitere 20% stehen unter Schutz. Dies ist eine Erfolg indigenen Völker und traditionellen Gemeinschaften, die dabei wertvolle Unterstützung durch brasilianische Institutionen (Umweltminsiterium IBAMA, Indigenen Behörde FUNAI) erfahren haben. Wichtig war auch das Engagement der brasilianischen und internationalen Zivilgesellschaft sowie die internationale Kooperation.

Alle dies ist nun gefährdet: Die Regierung Bolsonaro behandelt internationale Kooperation im Amazonasgebiet mit offener Feindseligkeit.

Was ist in dieser Situation noch möglich? Können neue Wege der Zusammenarbeit auf der Ebene der bilateralen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit gefunden werden? Können Kooperationen kommunaler Strukturen wirksam sein? Welche Möglichkeiten bietet der Austausch und die Zusammenarbeit von kirchlichen Hilfswerken/NGOs/Akteuren der Solidaritätsarbeit mit denjenigen zivilgesellschatlichen Organisationen/sozialen Bewegungen in Brasilien, die sich für den Schutz des Regenwaldes und derer, die in und von diesem leben, einsetzen?

Diesen und weiteren Fragen wollen wir im Rahmen dieses Fachgesprächs gemeinsam mit Vertreter*innen hiesiger zivilgesellschaftlicher Organisationen, der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und Gästen aus Brasilien diskutieren.

Aus Brasilien wird Letícia Tura als Key Note Sprecherin an der Veranstaltung teilnehmen. Frau Tura ist Direktorin der brasilianischen NGO FASE, die für einen Kleinprojektfond (Fundo Dema) Unterstützung durch den Fundo Amazonia erhält.

Simultanverdolmetschung Deutsch-Portugiesisch

 

Veranstaltet von:
Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW), Brot für die Welt, Forum Umwelt & Entwicklung, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL), Klima-Bündnis, Lateinamerika Forum Berlin (LAF)

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf. Schirmherrschaft Bezirksstadtrat Herr Oliver Schruoffeneger.

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Vorläufiges PROGRAMM: Donnerstag, 7. November 2019

Was tun in Amazonien? Zusammenarbeit und Solidarität mit Brasilien in schwierigen Zeiten

9:30-10:00
Begrüßung:
László Maráz, Forum Umwelt und Entwicklung und Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat Carlottenburg
Einführung:
Wo steht die internationale Kooperation mit Amazonien heute?
Thomas Fatheuer, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika – FDCL / KoBra

1) Kooperation mit Amazonien aus der Perspektive brasilianischer zivilgesellschaftlicher Organisationen

10:00-10:45
„Key Note“:
Amazonien heute: Zerstörung und Widerstand. Die Antworten der Zivilgesellschaft auf die Bedrohungen der Regierung Bolsonaro
Letícia Rangel Tura, Exekutivdirektorin FASE Nacional, Rio de Janeiro, Brasilien

Mit Rückfragen / Diskussion

10:45-11:15
Kaffeepause & Imbiss

2) Kooperation mit Amazonien aus Perspektive der deutschen nationalen und kommunalen Entwicklungszusammenarbeit

11:15-11:45
Kann staatliche Entwicklungzusammenarbeit noch in Brasilien agieren? Welche Alternativen zu den bisherigen Kooperationen können entwickelt werden?
N.N., VertreterIn von BMZ oder GIZ

11:45-12:00
Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene: Die Erfahrungen des Klima-Bündnisses nutzen!?
Thomas Brose, Geschäftsführer Klima-Bündnis europäischer Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder/Alianza del Clima e. V., Frankfurt/M

3) Kooperation mit Amazonien aus Perspektive deutscher zivilgesellschaftlicher Organisationen

12:00-12:30
„Shrinking Spaces“ in Brasilien: Wie kann zivilgesellschaftliche Kooperation diejenigen in Brasilien unterstützen, die sich für den Regenwaldschutz einsetzen?
Luciano Wolff , Leiter der Abteilung Lateinamerika und Karibik, Brot für die Welt

12:30-12:45
Jenseits der Entwicklungszusammmenarbeit: Was kann und soll Solidaritätsarbeit heute bewirken?
Fabian Hübner, PowerShift

12:45-13:30
Diskussion und Aussprache

Ende der Veranstaltung gegen 13:30 Uhr

15:00 – 16:30
Vernetzungs- und Strategietreffen der anwesenden NGO

 

Um 19:00 Uhr findet am selben Ort die Veranstaltung „Semeando Sustentabilidade e Plantar: Können Entwicklungsprojekte Amazonien retten?“ statt. Weitere Infos hier

 

Veranstalter

Förderer