Veranstaltung

Chaos, Shock & Order!

Wie das Prinzip Bolsonaro Brasiliens Demokratie zerstören will

Im Rahmen der Ausstellung „Politik am Bau: Die wechselhafte Geschichte des Kulturzentrums Gabriela Mistral, Santiago, Chile“ in der Galerie Olga Benario vom 12. Sept. bis 31. Okt. 2019 (Gesamtprogramm unten) kooperiert das FDCL mit der Galerie Olga Benario am 17.10.2019 um 19:30 Uhr bei der Veranstaltung:

Chaos, Shock & Order! Wie das Prinzip Bolsonaro Brasiliens Demokratie zerstören will
Christian Russau, Mitarbeiter des Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) e.V. und aktiv bei der Brasilien Initiative Berlin berichtet über die aktuellen Verhältnisse und den Widerstand. Die sozialen Bewegungen Brasiliens sind noch existent und sehr lebendig.

Chaos, Shock & Order! Wie das Prinzip Bolsonaro Brasiliens Demokratie zerstören will
Ein dreiviertel Jahr Bolsonaro-Regierung – und die staatlichen Institutionen mit halbwegs sozialer oder demokratischer Politagenda verlieren atemberaubend an Struktur und werden gezielt ausgedünnt, ausgehöhlt oder geraten unter gezielten Beschuß, während Polizei- und Repressionstrukturen immer umfassender und raffinierter ausstaffiert werden und unter weitestgehender Straflosigkeit in den Favelas und Peripherien der Städte gezielt arme, Schwarze Jugendliche und junge Männer von den Snipers der Polizei erschossen werden; schleichende Entmachtung der Indigenenbehörde Funai und der Umweltbehörde Ibama, während illegale Holzfäller und Goldsucher in Amazonien, animiert durch den präsidialen Diskurs des „Jetzt dürfen wir das!“, ihren Raubzug durch indigene Territorien verschärfen, die Rodungsraten nachgerade explodieren und der Präsident indigene Territorien den nationalen und internationalen Bergbaufirmen für die Exploration aushändigen will; extrem neoliberale Gesetzesänderungen bei Arbeitsjustiz, Arbeitsrecht und Gewerkschaftsfreiheit, flankiert durch eine marktradikale, extrem-neoliberale Renten“reform“ bilden das Grundstück des radikalen Umbaus des brasilianischen Staates im Sinne der massiven Umverteilung von unten nach oben, damit die seit der Sklaverei an der ökonomischen Macht im Lande festhaltenden ökonomischen Eliten ihr Saus-und-Braus-Leben mit ihren Familien weiterleben können, und die Hausangestellten in semifeudalen Arbeitsverhältnissen gehalten werden, – das und noch viel mehr ist Brasilien 2019. Dazu ein Präsident Bolsonaro, der tagein, tagaus einen neuen verbalen Skandal der Ungeheuerlichkeiten medial durchs Land treiben lässt, damit die Menschen in dem Tsunami der Skandale, der Verbalinjurien, der gezielten Entgleisungen möglichst wenig von dem zugrundeliegende Raub an der Gesellschaft und der Ausbeutung von Natur und Mensch mitbekommen.

Aber, es gibt Widerstand. Die sozialen Bewegungen Brasiliens sind noch existent und sehr lebendig.

Ocupação Nova Vitória, Guarulhos, Großraum São Paulo

Ocupação Nova Vitória, Guarulhos, Großraum São Paulo, Juli 2019, Foto: Christian Russau

Davon wird uns Christian Russau, Mitarbeiter im Berliner FDCL und aktiv bei der Brasilien Initiative Berlin berichten.

AUSSTELLUNG „Politik am Bau: Die wechselhafte Geschichte des Kulturzentrums Gabriela Mistral, Santiago, Chile“ in der Galerie Olga Benario vom 12. Sept. bis 31. Okt. 2019
Gesamtprogramm:
Spuren des 1000 Tage währenden demokratischen Sozialismus gibt es in Chile bis heute. Direkt im Zentrum Santiagos liegt das Kulturzentrum Gabriela Mistral (GAM). Doch nur wenige wissen von der wechselhaften politischen Nutzung des Gebäudes: UNO-Diplomat*innen, Stadtteilorganisationen, Beamt*innen, Künstler*innen, Diktatoren,
Sportschuhhersteller, Tanzensembles – seit knapp 50 Jahre Ort fungiert das GAM als Bühne von gesellschaftlichen Brüchen und Wandel.

„Politik am Bau“, eine Ausstellung des Rechercheprojekts „Allendes Internationale“ erforscht diese sozialen Sedimente aus verschiedenen Blickwinkeln: Zeitzeug*inneninterviews, holographische Projektionen verschwundener Kunstwerke und ein Zeitstrahl aus Texten und Fotos verdichten sich gemeinsam zu einer widersprüchlichen Chronologie, die sich auch im Jahr 2019 fortschreibt. Kuratiert von Pamela Cuadros und Álvaro Garreaud.

Veranstaltungen
Do, 12.9.2019, 19:30 Uhr
Eröffnung der Ausstellung: Politik am Bau
Die wechselhafte Geschichte des Kulturzentrums Gabriela Mistral mit den Vertreter*innen des Rechercheprojekts
„Allendes Internationale“

Do, 19.9.2019, 19:30 Uhr
Lectura abierta – Öffentliche Lesung
Textos desde el Chile de la Unidad Popular
Texte aus dem Chile der Unidad Popular
Das Rechercheprojekt „Allendes Internationale“ und die Kulturelle Vereinigung Gabriela Mistral e.V. präsentieren ein Auswahl an Texte, zusammengestellt von den Teilnehmenden eines offenen Literatur-Workshops

Do, 26.9.2019, 19:30 Uhr
Vorführung Video-Biografien
Internacionalist@s –
3 politische Biografien aus dem Chile Allendes.
Das Rechercheprojekt „Allendes Internationale“ dokumentiert seit 2017 internationalistische Lebensläufe aus dem Chile der Unidad Popular. In kurzen filmischen Biographien werden an diesem Filmabend drei dieser Protagonist*innen vorgestellt: eine engagierte Pädagogin aus Deutschland, ein Befreiungstheologe aus Belgien und ein anarchistischer Zeitungsverleger aus Spanien.

Do, 10.10.2019, 19:30 Uhr
„Nostalgia de la Luz – Nostalgie des Lichts
Dok.-Film, Frankreich/Chile/Deutschland 2010, 90 Min.,
von Patricio Guzmàn

Do, 17.10.2019, 19:30 Uhr
Chaos, Shock & Order! Wie das Prinzip Bolsonaro Brasiliens Demokratie zerstören will
Christian Russau, Mitarbeiter des Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika (FDCL) e.V. und aktiv bei der Brasilien Initiative Berlin berichtet über die aktuellen Verhältnisse und den Widerstand. Die sozialen Bewegungen Brasiliens sind noch existent und sehr lebendig.

Do, 24.10.2019, 19:30 Uhr
Debatte und Finissage
Memoria en movimento – Eine offene Debatte zur Erinnerungsarbeit in Chile
Was bleibt vom Chile der Unidad Popular? Wie und was sollten wir im kommenden Jahr erinnern? Welche gesellschafltichen Projekte jener Zeit sind aktuell geblieben? Welche Impulse für die politische Arbeit können heute soziale Bewegungen mitnehmen? In einer offenen Diskussion mit dem Publikum suchen in Berlin lebende Chilenen*innen, Mitwirkende des Kulturvereins Gabriela Mistral e.V. und des Rechercheprojekts „Allendes Internationale“ nach Antworten und Ideen für eine aktive Erinnerungsarbeit – und eine internationalistische Zukunft.

Do, 31.10.2019, 19:30 Uhr
Krise und Konflikt in Venezuela. Wie Regierung, Opposition, soziale Bewegungen und internationale Akteure um die Macht kämpfen.
Der Journalist und Übersetzer Tobias Lambert (u.a. Latein-amerika Nachrichten und Südlink) berichtet von der politischen sowie wirtschaftlichen Lage in Venezuela und beleuchtet die Zukunftsperspektiven des Erdöllandes.

Ort:
Galerie Olga Benario, Richardstr. 104, 12043 Berlin-Neukölln
U 7: Karl-Marx-Straße (Ausgang „Kienitzer Str.“ und durch die Passage)
Infos: 784 56 73 (September) oder 680 59 387 (Oktober)
E-Mail: forum@galerie-olga-benario.de, Internet: www.galerie-olga-benario.de
Aktuelle Infos im Internet: www.galerie-olga-benario.de/feed/
Spendenkonto: Galerie Olga Benario IBAN DE 58 1009 0000 7156 3610 08

Weiterer Veranstaltungshinweis:
Allendes Internationale lädt ein zur Ausstellungseröffnung:

„1000 Tage / 6 Blicke
Fotografien aus dem Chile der Unidad Popular

Donnerstag, den 5. September 2019 von 17:30 bis 21:00 Uhr
Bezirkszentralbibliothek „Pablo Neruda“, Frankfurter Allee 14A, 10247 Berlin

Veranstalter