Agroenergie

banner_agrosprit

31.12.2021
Agroenergie, Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft, Menschenrechte, Rohstoffe
Studien

AMAZONIEN: DER GROSSE LANDRAUB

DIE LANDFRAGE IM KONTEXT ALTER UND NEUER STRATEGIEN DER INWERTSETZUNG

Manche einfachen Fragen sind schwer zu beantworten. So die Frage: Wem gehört eigentlich Amazonien? Sie führt direkt in das schwierige Gelände der Landfrage in Amazonien oder, wie es auf Portugiesisch heißt, der questão fundiária. Alle, die sich mit Brasilien beschäftigen, lernen schnell, dass dies eine ganz wichtige Frage ist, die aber kaum zu überschauen, geschweige denn zu lösen ist. Wie in alten Palimpsesten legen sich Schichten von Dokumenten über viele Landstriche in Amazonien, so dass man oft von mehreren Etagen von Ansprüchen an Land spricht.

Neue Aktualität hat die questão fundiária durch die internationale Diskussion um die richtige Strategie zur Reduzierung von Entwaldung erhalten. Längst ist die Zerstörung des Amazonasregenwaldes zu einem globalen Desaster geworden, beobachtet von einer aufmerksamen und kritischen Öffentlichkeit. Entwaldung ist nicht mehr eine lokale Entwicklung, sondern ist ein wichtiger Faktor der beiden globalen Krisen, die die Lebensgrundlage der Menschheit zu zerstören drohen: der sich zuspitzenden Klimakrise und des dramatischen weltweiten Verlustes von Biodiversität. Ist man sich – zumindest international – weitgehend einig, dass die Entwaldung so schnell wie möglich gestoppt werden muss, so bleibt doch die Frage umstritten, wie das denn gelingen kann. Lange Zeit richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Viehwirtschaft als dem wichtigsten Treiber von Entwaldung. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass auf mindesten zwei Dritteln der entwaldeten Flächen Rinderweiden angelegt sind. Einige Forscher:innen weisen aber schon seit längerem darauf hin, dass am Anfang der Entwaldung die Aneignung von Land – zu welchem Zweck auch immer – steht.

18.12.2021
Agroenergie, Bergbau, Extraktivismus, Klima/Biodiversität, Konzernkritik, Landnahme, Menschenrechte, Rohstoffe
Dossier

Deutsche Unternehmen und der Hidroituango-Staudamm

Menschenrechtsverletzungen an Kolumbiens größtem Staudamm - Unternehmen verstoßen gegen die Sorgfaltspflichten

Deutsche Unternehmen und der Hidroituango-Staudamm

Erst lag das Flussbett trocken, dann kam die Flut. Am 28. April 2018 stand der Hidroituango-Staudamm im Nordwesten Kolumbiens vor dem Kollaps. Die Staumauer war noch nicht fertig gestellt, da staute sich auf der größten Baustelle des Landes urplötzlich der Cauca-Fluss auf. Über Tage kam unterhalb der Talsperre vom „blonden Patron“, wie die Flussbewohner*innen den Cauca mit Ehrfurcht und Zuneigung nennen, nicht mehr als ein Rinnsal an. Oberhalb trat gleichzeitig der Fluss rasend schnell über die Ufer und sorgte für weiträumige Überschwemmungen. Zwei Wochen später brachen die Wassermassen durch einen Gebirgstunnel unter der Anlage. Flutwellen überrollten flussabwärts die nahe gelegene Ufersiedlung Puerto Valdivia. Der Stausee war vorzeitig und unkontrolliert geflutet worden. Über Wochen konnten die Behörden nicht garantieren, dass die noch im Bau befindliche Talsperre nicht auch unter dem Druck des Wassers brechen würde. In einer Region, die wie kaum eine andere unter der Gewalt in Kolumbien gelitten hat, mussten über 31.000 Menschen fluchtartig ihre Häuser verlassen – darunter viele Überlebende des bewaffneten Konflikts. Der Sachschaden beläuft sich auf gut 2,61 Milliarden US-Dollar.

Fr, 16.04.2021
Agroenergie, Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft, Rohstoffe
Pressemitteilung

Umwelt – und Entwicklungverbände geben Bioökonomierat Forderungspapier mit auf den Weg

Pressememo: Bremen 16.4.2021
Der neu berufene Bioökonomierat sollte der Bundesregierung eine konsequente sozial-ökologische Transformation der Wirtschaft verordnen. Das fordern die im Aktionsforum Bioökonomie engagierten Umwelt -und Entwicklungsverbände im Hinblick auf die Bioökonomierats-Sitzung in der kommenden Woche am 19. und 20. April. Welche Eckpunkte für eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Bioökonomie von großer Bedeutung sind, erläutern die Verbände in ihrer gemeinsamen Erklärung “Impulse für den Bioökonomierat”, die den Ratsmitgliedern im Vorfeld der Sitzung überreicht wurde.

31.12.2020
Agroenergie, Extraktivismus, Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft, Menschenrechte, Rohstoffe
Studien
Thomas Fatheuer

NATUR IM ANTHROPOZÄN

ZWISCHEN ÖKOSYSTEMLEISTUNGEN UND BEWAHRUNG

Im August 2018 veröffentlicht die Zeitschrift Nature einen viel diskutierten Artikel mit dem Titel: „The Battle for the Soul of Biodiversity“. Hinter der suggestiven Formulierung verbirgt sich eine Diskussion um etwas sehr Technisches und Spezifisches. Das IPBES hat entschieden, den Begriff Ecosystem Services (ES) durch Nature´s Contribution to People (NCPs) zu ersetzen – und spätestens hier ist es nur noch für Eingeweihte klar, worum es geht.

Das IPBES (die Akürzung steht für: Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist einer breiteren Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Es ist das Beratungsgremium der Biodiversitätskonvention und wurde nach dem Vorbild des Weltklimarates (IPCC) gebildet. Es ist also eine Art Weltbiodiversitätsrat. Und dieser hat nun vorgeschlagen, das so verbreitete Konzept der „Ökosystemleistungen“ (oft auch „Ökosystemdienstleistungen“) durch ein neues zu ersetzen, das auf deutsch wenig prägnant „Beiträge der Natur für Menschen“ (englisch: nature’s contributions to people – abgekürzt und im folgenden: NCP) genannt wird.

Dies kann für die Zukunft von Strategien des Naturschutzes von großer Bedeutung sein. Denn das Konzept der Ökosystemleistung (englisch: ecosystem services, abgekürzt und im folgenden: ES) hat in den letzten zwanzig Jahre einen beispiellosen Siegeszug angetreten und gleichzeitig hitzige Debatten etwa um die „Monetarisierung von Natur“ provoziert.

31.12.2020
Agroenergie, Extraktivismus, Klima/Biodiversität, Konzernkritik, Landnahme, Landwirtschaft, Menschenrechte, Rohstoffe
Studien
Thomas Fatheuer

LANDNUTZUNG IM KONTEXT DER GLOBALEN UMWELTKRISE

NEUE FAKTEN FÜR ALTE FRAGEN

„The target has not been achieved“ – Das Ziel wurde nicht erreicht. Dies ist wohl der häufigste Satz des im September 2020 veröffentlichten Global Biodiversity Outlook des Sekretariats der UN-Konvention zum Schutz der Biodiversität (CBD). Gemeint sind die strategischen Ziele, die sich die Vertragsstaaten der CBD 2010 in Japan gesetzt hatten, auch als Aichi Ziele bekannt. Trotz einiger Fortschritte ist die Bilanz katastrophal. Viele der Ziele wurden nicht nur verfehlt, der Verlust der biologischen Vielfalt ist weltweit sogar noch fortgeschritten.

Di, 24.11.2020
Agroenergie, Handel, Klima/Biodiversität
Beitrag

Kein Raubbau im Wald für eine falsche Energiewende

Gemeinsame Stellungnahme deutscher Umwelt-und Entwicklungverbände zu Holz-Biomasse Hier Stellungnahme als pdf downloaden Wälder sind für den Schutz der Artenvielfalt und unseres Klimas unersetzlich, sie bilden die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Dennoch sind die globalen Waldökosysteme bedroht. Die Ursachen dafür sind vielfältig – vom illegalen Holzeinschlag über die Expansion von Agrarflächen bis hin zum … weiterlesen

Mi, 18.11.2020 / 11:00 – 12:30
Agroenergie, English, Español, Extraktivismus, Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft, Menschenrechte
Veranstaltung

Mit „Natural Climate Solutions“ die biologische Vielfalt und das Klima retten?

Teil 4 der Online-Konferenzreihe: UMKÄMPFTE NATUR

Landnutzung wird immer mehr zum Hoffnungsträger der internationalen Klimapolitik. Die Erwartungen sind enorm: Bis zu 37% der notwendigen Emissionseinsparungen, um die 2° Marke nicht zu überschreiten, könnten Schätzungen zu Folge aus so genannten “Natural Climate Solutions”, wie verringerter Entwaldung, Aufforstung oder Landwirtschaft, kommen.

Zwar hat schon der Konflikt um Teller oder Tank als Folge der Biospritproduktion die Zielkonflikte landbasierter Klimaschutzmaßnahmen deutlich gemacht. Inzwischen kommen aber neue Dimensionen hinzu, die Land in noch stärkeren Maße in den Fokus der globalen Klimapolitik rücken.

Do, 29.10.2020 / 16:30 – 18:00
Agroenergie, English, Español, Klima/Biodiversität, Landwirtschaft
Veranstaltung

Wer profitiert künftig von der biologischen Vielfalt? Digitale Sequenz-Informationen (DSI) und ihr Potential für neue Formen der Biopiraterie

Teil 3 der Online-Konferenzreihe: UMKÄMPFTE NATUR

Als Biopiraterie wurde in den 2000er Jahren die Aneignung genetischer Ressourcen, vor allen der sehr biodiversitätsreichen Staaten des globalen Südens, durch transnationale Konzerne mit Sitz in OECD-Staaten bezeichnet, kritisiert und skandalisiert. Fälle von Biopiraterie beruhten auf dem physischen Transfer von Pflanzenmaterial, dessen Verwendung bei der Entwicklung verschiedenster Produkte (Medikamente, Nahrungsmittel, Kosmetika), für die dann geistige Eigentumsrechte bei Patentbehörden angemeldet wurden.

Das vor 10 Jahren auf der zehnten Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD-COP 10) angenommene und wenige Jahre später in Kraft getretene „Protokoll von Nagoya“ regelt zwar, dass Länder, deren genetische Ressourcen genutzt werden, an den Vorteilen und Einnahmen angemessen beteiligt werden, die aus der Nutzung dieser Ressourcen und des dazugehörigen Wissens erwachsen (Access and Benefit Sharing– ABS). Doch kann das Protokoll mittels des ungehinderten Transfers von Digitaler Sequenz-Information (DSI) über genetische Ressourcen immer leichter umgangen werden.

Do, 15.10.2020 / 16:30 – 18:00
Agroenergie, English, Español, Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft
Veranstaltung

Gene Drives - Mit gentechnischer Ausrottung Menschen und Natur schützen?

Teil 2 der Online-Konferenzreihe: UMKÄMPFTE NATUR

Die UN-Konvention über Biologische Vielfalt (CBD) befasst sich seit vielen Jahren mit der Regulierung moderner Biotechnologie. Die Gene Drive Technologie wird in diesem Kontext besonders kontrovers diskutiert. Mit dieser neuen Gentechnik könnten zukünftig wildlebende Tier- und Pflanzenpopulationen oder Arten gentechnisch verändert, ausgetauscht oder gar ausgerottet werden.

Mi, 15.01.2020
Agroenergie, Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft, Rohstoffe
Pressemitteilung

Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung: Ökologie als Worthülse?

Gemeinsame Pressemitteilung deutscher Umwelt- und Entwicklungsorganisationen

[Berlin, Bremen, 15. Januar 2020] Mit ihrer heute verabschiedeten Bioökonomie-Strategie legt sich die Bundesregierung nicht eindeutig fest. Zu Beginn des Papiers heißt es, dass „der Ressourcenverbrauch auf ein ökologisch verträgliches Maß reduziert werden“ muss, um die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Statt dies jedoch mit konkreten Maßnahmen zu unterlegen, konzentriert sich die Strategie im Weiteren auf … weiterlesen