Archiv Publikationen 2025

 

Dezember 2025

04.12.2025
Multimedia
Audio
Malte Seiwerth, Anna-Lena Hartung, Johanna Fuchs und Daniela Correa

Das Erbe der Proteste - wenn linke Bewegungen an die Regierung kommen

Podcast: Ohren auf Lateinamerika

 In Chile und Kolumbien protestierten um das Jahr 2020 Millionen von Menschen gegen die rechten Regierungen. Danach kamen linke Präsidenten und Kandidaten aus den Protestbewegungen an die Regierung. Was denken Aktivist*innen aus dieser Zeit heute? Wir haben mit dem Fotografen Jahrfrann Arango und dem Umweltaktivisten Rodrigo Mundaca gesprochen. Sie erzählen, was für sie der Marsch durch die Institutionen bedeutet und wo die Linke in beiden Ländern derzeit steht. Die Politikwissenschaftlerin Bettina Schorr ordnet für uns die Erzählungen ein. 

 

November 2025

05.11.2025
Menschenrechte, Migration
Studien

Kolumbien: Zwangsvertreibungen im Kontext des bewaffneten Konflikts

Mitte Januar 2025 gingen traurige Bilder der Gewalteskalation in Catatumbo, im Nordosten Kolumbiens, um die Welt. Selbst in Deutschland, dessen Medien normalerweise nicht das südamerikanische Land fokussieren, wurde ausführlich über die Region berichtet. An der Grenze zu Venezuela gelegen, ist das Gebiet als Standort für Drogenproduktion und Drogenhandel bekannt. Im Januar kam es in Kämpfen um die Territorialkontrolle zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen FARC-Dissident*innen und der ELN-Guerilla – und die Zivilbevölkerung war mittendrin gefangen. Beide Konfliktparteien beschuldigten die Bevölkerung, Mitglieder der jeweils anderen Seite zu sein und begingen dabei schwere Menschenrechtsverletzungen. Die Kämpfe und Übergriffe zwangen innerhalb weniger Tage zehntausende Menschen zur Flucht, mindestens 55 wurden ermordet, wie das Verteidigungsministerium angibt. Es handelt sich um die schlimmste humanitäre Krise und die größte Vertreibungskrise der jüngeren Geschichte Kolumbiens. Und das in einem Land, das sich ohnehin stetig auf den ersten Plätzen der Länder mit den meisten intern Vertriebenen weltweit befindet.
In dieser Studie untersuchen wir die ernüchternde Realität der Bevölkerung heute, fast neun Jahre nach dem Abkommen. Unser Fokus liegt auf der internen Vertreibung – dem Verbrechen, das im kolumbianischen Konflikt die meisten Opfer gefordert hat – und weiterhin fordert. Die Autorin Ginna Morelo war vor Ort und hat mit Betroffenen sowie mit Vertreter*innen staatlicher Institutionen und Nichtregierungsorganisationen gesprochen. Sie untersucht, warum es dem Staat bisher nicht gelungen ist, der internen Vertreibung im Land ein Ende zu setzen. Insbesondere untersucht sie, was das für die historisch vom jahrzehntelangen bewaffneten Konflikt und der staatlichen Vernachlässigung betroffenen Regionen im Land bedeutet. Denn diese erwarteten nach dem Abkommen strukturelle Veränderungen, die ihnen Zugang zu Land und Rechten gewährleisten würden, sowie ein Ende der Gewalt und ein Leben in Frieden.

03.11.2025
Klima/Biodiversität
Policy paper
Thomas Fatheuer

DAS PARISER KLIMAABKOMMEN UND DIE ZUKUNFT DES CO2 HANDELS

Artikel 6 und die Konsequenzen

Das Ziel der Klimapolitik ist in erster Linie die radikale Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen. Von Leugnern des menschengemachten Klimawandels abgesehen, wird dieses Ziel von niemandem in Frage gestellt. Durch die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) ist ein globaler Prozess eingeleitet worden, der eine tiefgreifende Transformation des globalen Energiesystems anvisiert. Nichts weniger als der Abschied vom fossilen Zeitalter soll umgesetzt werden. Aber trotz dieses allgemeinen Konsenses fehlt es nicht an Kontroversen. Auf welchen Wegen dieses Ziel erreicht werden soll und wie schnell, wie viele Restemissionen „wir“ uns leisten können oder welche Rolle die Natur etwa über großangelegte Baumpflanzungsprojekte für den Klimaschutz spielt (die sogenannten Nature based Solutions), all das ist umstritten. Aber der größte Konflikt liegt in der Frage der Gerechtigkeit, denn der Klimawandel betrifft nicht alle Menschen gleich, sondern ist von globalen sozialen Ungleichheiten strukturiert. Der globale Norden hat in den letzten 200 Jahren die meisten CO2-Emissionen verursacht. Gleichzeitig ist der globale Süden überproportional stark von den Auswirkungen des bereits einsetzenden Klimawandels betroffen. Diese ungleichen Verantwortlichkeiten für den Klimawandel versucht der UN-Prozess durch das Prinzip der „Gemeinsamen aber unterschiedlichen Verantwortung“ (Common But Differentiated Responsibilities – CBDR) zu adressieren. Aber der Weg vom allgemeinen Konzept zu konkreten Handlungen ist auch hier konfliktreich.

In der vorliegenden Publikation wird der Fokus auf den globalen Emissionshandel gesetzt, der in den kommenden Jahren etabliert werden soll.

 

Oktober 2025

20.10.2025
Klima/Biodiversität
Dossier

LETZTE AUSFAHRT BELÉM?

Die COP30 in Amazonien als klimapolitischer Scheideweg

// GOOD COP, BAD COP?
Die Faktenlage war noch nie so eindeutig: Die zivilisatorische Krise mit ihren Auswirkungen auf Klima und Natur zerstört die Lebensgrundlagen auf unserem Planeten. Historisch und bis heute maßgeblich dafür verantwortlich sind die Industrien des Globalen Nordens mit ihrem immensen Verbrauch an Rohstoffen. Extraktiviert wird im Globalen Süden, wo die Ausbeutung der Natur einher geht mit der Zerstörung von Ökosystemen wie den tropischen Regenwäldern, die essenziell für das Gleichgewicht des Planeten sind, und Unternehmen erhebliche Menschenrechtsverletzungen begehen.
Die COP30 in Belém ist mit Erwartungen aufgeladen. Vielen gilt sie als letzte Chance, die globale Klimapolitik zu retten.

09.10.2025
Migration
Dossier

MIGRATION

Dossier in Kooperation mit der ila und Rosa-Luxemburg-Stiftung

Flucht und Migration sind historische Konstanten. In Lateinamerika und weltweit. Menschen machen sich aus den unterschiedlichsten Gründen auf den Weg: Sie fliehen vor Krieg und Gewalt, sie migrieren in andere Regionen für bessere Lebensperspektiven, zunehmend verlassen Menschen ihre Heimat auch aufgrund der Verheerungen der Klimakrise. Nach wie vor migrieren die meisten Menschen innerhalb ihrer Herkunftsländer in Regionen oder Städte, die als sicherer gelten, auch wenn es bei Kriegen wie in Gaza längst keine sicheren Orte mehr gibt. Dennoch schränken Regierungen weltweit das Recht auf Asyl zunehmend ein, Grenzen werden militarisiert und Mauern gebaut, um Menschen davon abzuhalten, ihr Menschenrecht auf Asyl einzufordern…

09.10.2025
Multimedia
Audio
Sarah Schaarschmidt, Karina Tarasiuk und Margot Ravereau

Tourismus in Kuba

Wie verändert er die Gesellschaft?

Jedes Jahr reisen Millionen Menschen aus aller Welt nach Kuba. Sie bringen dringend benötigte Devisen ins Land – eine zentrale Einkommensquelle für die rund 10 Millionen Kubaner*innen und den Staat der Karibikinsel. Aber was bedeutet diese massive touristische Präsenz für die kubanische Bevölkerung? Wer profitiert und wer bleibt auf der Strecke? Um diese Fragen besser zu verstehen, haben wir mit dem Politikwissenschaftler Bert Hoffmann, den Journalist*innen Cynthia de la Cantera Toranzo und Marcel Kunzmann sowie der Studentin Dayma Noa gesprochen. Viel Spaß mit der neuen Folge von „Ohren auf Lateinamerika“!

 

September 2025

15.09.2025
Landwirtschaft
Fact-Sheet
Tobias Lambert

"BODEN GUT MACHEN!"

AGRARREFORM IN MEXIKO

Mexiko war beim Thema Agrarreform im 20. Jahrhundert Vorreiter in Lateinamerika. Die mexikanische Revolution drängte das in der Kolonialzeit etablierte Hacienda-System erstmals zurück. Die rechtlichen Fortschritte gerieten allerdings ab den 1980er Jahren unter Druck. Neoliberale Regierungen wollten einen Markt für Land etablieren. Zwar blieb ein Großteil des Bodens bis heute in gemeinschaftlichem Besitz. Die Lage der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern hat sich jedoch deutlich verschlechtert. Die aktuelle Mitte-Links-Regierung versucht, den Sektor stärker zu unterstützen.

02.09.2025
Landwirtschaft, Menschenrechte, Multimedia
Audio
Tininiska Zanger Montoya

Gegen den Großgrundbesitz

Der Kampf um Land und Selbstbestimmung der kleinbäuerlichen Vereinigung aus dem Tal des Cimitarra-Flusses

Seit 1994 gibt es in Kolumbien ein Gesetz, das den Kleinbäuer*innen in ihren Gebieten besondere Rechte garantieren soll. Die sogenannten Zonas de Reserva Campesina (ZRC) sind selbstverwaltete Schutzzonen für kleinbäuerliche Gemeinschaften, in denen das Land kollektiv bewirtschaftet und verwaltet wird. Dort betreibt die Gemeinschaft Landwirtschaft mit agrarökologischen Ansätzen, sie legt Maßnahmen zum Umweltschutz fest und setzt diese um, und treibt politische Basisorganisationsprozesse voran.
Yesica Méndez Alvarado stammt aus der Region Magdalena Medio, die Geburtsregion des Paramilitarismus in Kolumbien. Seit Jahren kämpft sie als Mitglied der kleinbäuerlichen Vereinigung aus dem Tal des Cimitarra-Flusses für die Rechte der kleinbäuerlichen Bevölkerung in der Region.
Tininiska Zanger Montoya hat sie in Berlin getroffen und mit ihr über die Geschichte der Zonas de Reserva Campesina gesprochen, über die Angriffe von staatlicher Seite und von bewaffneten Gruppen und über die Veränderungen im Kontext der aktuellen Regierung und deren Bemühungen um eine Agrarreform.

 

August 2025

31.08.2025
Español, Landnahme, Menschenrechte
Audio

"La tierra como un ser espiritual. Indígenas bribris y la defensa de sus territorios"

Les invitamos a escuchar nuestro nuevo podcast: „La tierra como un ser espiritual. Indígenas bribris y la defensa de sus territorios“, acerca del proceso de organización de los Bribis en Costa Rica para defender y recuperar sus territorios ante el acoso de colonos y la llegada de la agroindustria de piña a la zona. Entrevistamos … weiterlesen

31.08.2025
Konzernkritik, Landnahme, Menschenrechte, Multimedia
Audio

„Die Erde als geistiges Wesen. Die indigenen Bribris und die Verteidigung ihrer Territorien”

Wir laden Sie ein, unseren neuen Podcast anzuhören: „Die Erde als geistiges Wesen. Die indigenen Bribris und die Verteidigung ihrer Territorien” über den Organisationsprozess der Bribis in Costa Rica zur Verteidigung und Rückeroberung ihrer Territorien angesichts der Bedrohung durch Siedler und die Ansiedlung der Ananas-Agroindustrie in der Region. Wir haben Lesner Figueroa interviewt, um mehr … weiterlesen

07.08.2025
Konzernkritik, Menschenrechte, Multimedia, Rohstoffe
Audio
Lea Fauth

Enteignet, entwurzelt, vertrieben

Wie Inés und ihre Gemeinde gegen Kohlekonzerne kämpfen

Deutschland hat bekanntlich den Kohleausstieg beschlossen – 2038 soll Schluss sein mit der Förderung. Von der Steinkohle hat sich die Bundesrepublik sogar schon 2018 verabschiedet.
Doch weiterhin sind deutsche Firmen und Banken das Kohlegeschäft verstrickt – und somit in das brutale Unrecht, das damit verbunden ist. Ein Ort, an dem die Kohleförderung besonders schlimme Auswirkungen hat, ist rund um die Mine El Cerrejón, im Norden von Kolumbien.
Ines Pérez Arregoces kommt aus der dort angrenzenden Region Tabaco. Sie und ihre Gemeinde mussten vor Jahrzehnten dem riesigen Tagebau weichen. Bis heute kämpfen sie um Gerechtigkeit und Entschädigung. Lea Fauth hat Inés und ihren Anwalt getroffen und mit ihnen über ihren Kampf gesprochen.

08.2025
Landwirtschaft
Fact-Sheet
Tobias Lambert

„BODEN GUT MACHEN“

AGRARREFORM IN PERU

In Peru fand eine der weitgehendsten Agrarreformen Lateinamerikas statt. Eine sozialreformerische Militärregierung beseitigte ab 1969 den Großgrundbesitz sowie die noch immer weit verbreitete Fronarbeit und durchbrach die bis dahin fast uneingeschränkte Macht der traditionellen Agraroligarchie. Das Land sollten fortan überwiegend Kooperativen bewirtschafteten. Allerdings verlor die Reform nach wenigen Jahren an Schwung und mündete ab den 1980ern in einer neoliberalen Gegenreform, bei der ein Großteil des Kooperativenlandes privat parzelliert wurde. Der Versuch, unter der kurzzeitigen, linken Regierung von Pedro Castillo ab 2021 eine neue Agrarpolitik einzuleiten, scheiterte mit der Absetzung des Präsidenten Ende 2022.

 

Juni 2025

25.06.2025
Landwirtschaft, Multimedia, Urbane Landwirtschaft
Audio
Johanna Fuchs, Gibran Mena Aguilar

Kein Tropfen Wasser mehr!

Der Kampf um den Erhalt von Wasser in den mexikanischen Chinampas

Radiobeitrag über die Chinampas, eine jahrtausendealte Methode der Landwirtschaft auf künstlichen Inseln in den Seen von Mexiko-Stadt. Ursprünglich von den Mexicas und Aztek*innen entwickelt, liefern sie bis heute einen wichtigen Teil der Lebensmittelversorgung der Millionenmetropole. Doch das fragile Ökosystem ist bedroht – durch Wasserknappheit, Urbanisierung und mangelnde Wertschätzung der bäuerlichen Arbeit.In San Gregorio Atlapulco, einem der letzten verbliebenen Chinampa-Gebiete, kämpfen campesinxs und Aktivist*innen für den Erhalt ihrer Kultur und Lebensgrundlage. Sie sehen sich mit steigenden Anforderungen der Stadt und dem wachsenden Tourismus konfrontiert. Trotz Anerkennung auf internationaler Ebene bleiben Unterstützung und Schutz oft unzureichend.

20.06.2025
Klima/Biodiversität
Policy paper

COP30 IN BELÈM - KONFLIKTE UND DISPUTE:  ZWISCHEN WALD UND ÖL

Das „FDCL-Briefing 3“ zur brasilianischen Umwelt- und Klimapolitik richtet den Blick auf die anstehende COP30 der Klimakonvention im November 2025 in Belém und behandelt diesbezügliche Konflikte und Dispute: Von der urbanen Umgestaltung im Namen der COP30, einem Überblick zu dem, was in Belém passieren wird (Treffen der Staatsoberhäupter, offizielle Konferenz, Cúpula dos Povos – der Gipfel der Völker, COP do Povo) über Themen wie die fossilen Energien, den CO2 Handel, das Waldschutz-Instrument Tropical Forest Forever Facility (TFFF) bis zu Anmerkungen zum Begriff „Transition“, dem Zauberwort der Energiepolitik der letzten Jahrzehnte.

01.06.2025
Bildungsmaterial, Español, Extraktivismus, Globales Lernen
Unterrichtsmaterialien
Llanquiray Painemal und Jazmin Schwab

Avocado: Durstiges Grünes Gold

Avocado-Plantagen in Lateinamerika und ihre Folgen für die lokalen Gemeinschaften in Mexiko und Chile

Die Avocado, eine in Abya Yala (dem amerikanischen Kontinent) beheimatete Frucht, hat in den letzten Jahren weltweit einen wahren Boom erlebt. Sie gilt als nahrhaft und gesund, weshalb Millionen von Menschen auf der ganzen Welt sie in ihren Speiseplan aufnehmen. Prognosen gehen davon aus, dass die Avocado 2030 nach der Banane die am zweithäufigsten gehandelte Tropenfrucht der Welt sein könnte. Was bedeutet die globale Expansion der Frucht und welche sozialen und ökologischen Auswirkungen hat sie auf die Anbaugebiete?

01.06.2025
Unterrichtsmaterialien
Llanquiray Painemal und Jazmin Schwab

El café se planta en la pobreza

Soziale Probleme hinter einer Tasse Kaffee

Kaffee ist nicht nur eines der beliebtesten Getränke, sondern auch einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt. Heute wird Kaffee auf mehr als zwölf Millionen Hektar im globalen Süden angebaut und sichert den Lebensunterhalt von rund 125 Millionen Menschen. Zu den fünf größten Kaffeeproduzenten gehören Brasilien und Kolumbien, aber auch in Honduras, Guatemala, Mexiko, El Salvador, Costa Rica, Nicaragua und anderen Ländern wird Kaffee angebaut.
In Deutschland werden durchschnittlich 4 Tassen Kaffee pro Tag getrunken, was ihn zum beliebtesten Heißgetränk macht. Um den Bedarf zu decken, importierte Deutschland allein im Jahr 2023 rund 1,09 Millionen Tonnen Kaffee. Und der Verbrauch steigt.

 

Mai 2025

30.05.2025
Unterrichtsmaterialien

Die erzwungene Migration der Kartoffel

Viele Lebensmittel, die zu unserer täglichen Ernährung gehören, haben ihren Ursprung in Lateinamerika, darunter auch die Kartoffel. Heute ist sie nach Mais, Weizen und Reis das am häufigsten angebaute und konsumierte Nahrungsmittel der Welt. Auch in Deutschland ist die Kartoffel zu einem festen Bestandteil der Esskultur geworden. Ob gebraten, frittiert, in Suppen, Pürees oder als Salat zum Wiener Würstchen: Die Kartoffel ist als Beilage für typisch deutsche Gerichte nicht wegzudenken.

 

März 2025

17.03.2025
Klima/Biodiversität, Menschenrechte, Multimedia, Rohstoffe
Audio
Steffi Wassermann

Energiewende für wen und auf wessen Kosten?

Perspektiven auf Europa und Kolumbien

Wir brauchen eine Energiewende! Darauf können sich die meisten schnell einigen – wenn sie keine Klimawandelleugner*innen sind oder ihnen der drohende Kollaps des Planeten aus anderen Gründen egal ist. Gleichzeitig wirft die Energiewende, wie sie momentan vorangetrieben wird, viele Fragen auf: Denn sie reproduziert alte Strukturen und schafft neue Abhängigkeiten. Ansätze, diese Strukturen etwas zu durchbrechen, haben es schwer – wie das Beispiel Kolumbien zeigt. Kann es also im bestehenden System überhaupt eine gerechte Energiewende geben? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigte sich eine Veranstaltung in der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Dezember 2024.

03.03.2025
Menschenrechte, Multimedia
Audio
Paul Welch Guerra

Kein Frieden für die Presse

Pressefreiheit in Kolumbien nach dem Friedensvertrag

Journalist*innen geraten im andauernden Konflikt in Kolumbien immer wieder zwischen die Fronten. Es vergeht kein Jahr ohne Morde an Pressevertreter*innen. Morddrohungen gehören für viele Medienschaffende zum Alltag. Seit dem Friedensvertrag hat sich die Zahl an Drohungen gegen Journalist*innen sogar verdreifacht. Darüber spricht Paul Welch Guerra mit zwei kolumbianischen Journalist*innen.

 

Januar 2025

06.01.2025
Landnahme, Landwirtschaft
Fact-Sheet
Tobias Lambert

„BODEN GUT MACHEN“

AGRARREFORM IN BOLIVIEN

Eine der bedeutendsten Agrarreformen Lateinamerikas fand ab 1953 in Bolivien statt. Diese brachte wichtige Fortschritte für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, führte letztlich aber vor allem zu einer kapitalistischen Modernisierung des Agrarsektors im Osten des Landes. Während sich im westlichen Hochland stark parzellierte Minifundien etablierten, die vorwiegend der Subsistenzwirtschaft dienen,
blieb das Latifundium im östlichen und südlichen Tiefland intakt. Bis heute befindet sich dort das Zentrum der industrialisierten Landwirtschaft Boliviens. Unter dem ersten indigenen Präsidenten des Landes, Evo Morales und seiner regierenden „Bewegung zum Sozialismus“ (MAS), spielten die Bodenverteilung und Förderung kleinbäuerlicher Landwirtschaft ab 2006 wieder eine größere Rolle. Die
eklatanten Unterschiede zwischen exportorientiertem Agrobusiness im Tiefland und Subsistenzwirtschaft im Hochland blieben jedoch auch unter den MAS-Regierungen bestehen.

06.01.2025
Klima/Biodiversität, Landnahme, Landwirtschaft
Fact-Sheet
Tobias Lambert

„BODEN GUT MACHEN“

AGRARREFORM IN HONDURAS

Als die aktuelle honduranische Präsidentin Xiomara Castro im Januar 2022 ihr Amt antrat, waren die Hoffnungen groß. Mit ihrer Mitte-Links-Regierung kündigte sie einen Politikwechsel an, der entgegen den Interessen der zuvor regierenden Elite des Landes die einfache Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen sollte. Schwerpunkte ihrer politischen Agenda im Wahlkampf waren soziale Gerechtigkeit, eine alternative Wirtschaftspolitik und die Bekämpfung der Korruption. Die kleinbäuerlichen Bewegungen hofften darauf, dass die Landwirtschaftspolitik einen größeren Stellenwert bekäme und Castro nach den längst abgebrochenen Agrarreformen der 1960er und 1970er Jahre einen neuen Anlauf für eine gerechtere Bodenverteilung nehmen würde.