
Saatgut ist Leben. Es ist der Ursprung unserer Nahrung und begleitet die Menschheit, seit wir vor mehr als zehntausend Jahren gelernt haben, Getreide anzubauen.
Ein Samen reproduziert sich selbst, er keimt und setzt sich aufs Neue in den Boden und erneuert so, Zyklus über Zyklus, die Verbindung zwischen der Natur und denen, die in ihr wohnen.
Indigene Völker und Kleinbauern haben zu Saatgut eine Beziehung aufgebaut, die über den rein produktiven Aspekt hinausgeht. Generation für Generation haben sie es gepflegt, selektiert, ausgetauscht und verbessert und dabei Wissen, Praktiken und Kulturen rund um seinen Anbau geschaffen. In Saatgut stecken daher auch ihre Geschichte, Identität und die Erinnerung an das Land. Das Saatgut bewahrt zudem die Erinnerung an die Erde in sich.
Doch seit Saatgut zur Ware geworden ist, ist es auch Gegenstand von Konflikten. Auf der einen Seite versuchen große Unternehmen, ihre Kontrolle durch Patente, Gesetze und Technologien zu festigen, die die freie Nutzung und den freien Austausch von Saatgut verbieten.
Auf der anderen Seite verteidigen indigene Völker und bäuerliche Gemeinschaften es als Gemeingut, denn darin liegt nicht nur die Ernährungssouveränität, sondern auch der Fortbestand ihrer Kulturen, ihrer Territorien und ihr eigenes Überleben als Völker.
Dieser Podcast besteht aus zwei Episoden. Die erste beschäftigt sich mit den Anfängen der Kommerzialisierung von Saatgut, der Grünen Revolution, ihren unerfüllten Versprechen und den neuen, im Labor entwickelten Sorten und mit den Versuchen, deren Nutzung zu monopolisieren.
In der zweiten Folge geht es darum, wie sich Kleinbauern organisieren, um einheimisches Saatgut zu schützen – sowie um die Agrarökologie als Alternative zum Modell der Agrarindustrie.
Über all diese Themen haben wir ausführlich mit Marcelo Fosatti gesprochen, der in Uruguay einen bäuerlichen Familienbetrieb führt. Er lebt im Departement Canelones, und sein Hof liegt 100 km von Montevideo, der Hauptstadt des Landes, entfernt.
Durch seine Stimme lernen wir das Nationale Netzwerk für einheimisches und traditionelles Saatgut in Uruguay kennen. Das Netzwerk vereint rund 500 Familien. Als Teil des lateinamerikanischen Netzwerks ländlicher Organisationen und der „Vía Campesina“ kämpft es dafür, Saatgut als gemeinsames Gut der Menschheit zu bewahren.
Alle unsere Podcasts findet ihr auf unserer Website Conectando Territorios: https://conectarterritorios.wixsite.com/deutsch
Die Einleitung kannst du dir auch im folgenden Audio anhören.
Das Skript könnt ihr hier finden.
Den Podcast auf Spanisch finden Sie hier
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