Vor wenigen Wochen hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beschlossen, das EU-Mercosur Handelsabkommen vorläufig anzuwenden – ohne Zustimmung vom Parlament und ohne auf die Stellungnahme des EuGH zu warten. Das Abkommen ist hoch umstritten. Denn seine Folgen für Umwelt, Klima und Menschenrechte sind umfassend belegt. Noch kann das Abkommen vom EU-Parlament gestoppt werden, wenn auch nicht die vorläufige, so doch die vollständige Anwendung. Auch, wenn es bis zur Abstimmung im EP noch ein bisschen dauert, haben wir schon mal einige wichtige Argumente in einem neuen Briefing zusammengefasst.

„Öl im Feuer der Klimakrise – das EU-Mercosur Abkommen“ fasst die Folgen des Abkommens für Entwaldung und das Klima zusammen und arbeitet sie graphisch auf. Zudem gibt es konkrete Empfehlungen für Handel im Sinne der europäischen Klimaziele und argumentiert, dass Geopolitk die Inkraftsetzung eines schlechten Abkommens nicht rechtfertigt.

Zentrale Argumente des Briefings:

a) EU-Länder sind maßgeblich verantwortlich für Abholzung im Mercosur, wobei ein nicht unbedeutender Teil ihres Fußabdrucks auf Entwaldung im Amazonas zurückgeht. Das Handelsabkommen würde diese Tendenz verschärfen.

b) Die Europäische Entwaldungsrichtlinie wurde zu stark abgeschwächt, zumal sie nach wie vor nicht umfassend in Kraft ist, um die durch europäische Importe vorangetriebene Entwaldung im Mercosur zu begrenzen. Das Abkommen hat ihre Wirkkraft zudem beschnitten und der Ausgleichsmechnismus könnte sie vollständig untergraben.

c) Die Klimabilanz des Abkommens ist negativ. Berechnungen der Europäischen Kommission beschönigen die Klimafolgen, weil sie entscheidende Faktoren wie Landnutzungsänderung nicht einbeziehen.

Das Briefing wurde von PowerShift erstellt und wird gemeinsam mit ATTAC Deutschland, ATTAC Österreich, Anders Handeln Österreich, den Naturfreunden Deutschlands, dem FDCL, der Coordination gegen BayerGefahren und der GfbV herausgebracht.

 

Impressum

Berlin, März 2026
© PowerShift e. V.
Herausgeber: PowerShift – Verein für eine ökologisch-solidarische Energie- & Weltwirtschaft e. V.
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
Tel.: +49 30 42805479
Autorinnen: Bettina Müller, Paula Müller
Redaktion: Paula Müller, Thomas Fritz
Layout und Design: Christopher Freeman | conductdesign.com
Titelbild: Foto: Chanaka / Pexels.com
Mitherausgeber: Attac Deutschland, Attac Österreich, Anders Handeln Österreich, Naturfreunde Deutschlands,
Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL),
Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V. (CBG), Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)