Dossier

Entwaldung, „Entwicklung“ und Widerstand

Der Kampf um den größten Regenwald der Welt

Die Beschätigung mit Amazonien hat neue Aktualität erlangt. Zum einen zeigt der Anstieg der Entwaldungszahlen, dass die Dynamik der Vernichtung des Regenwaldes keineswegs unter Kontrolle ist, zum anderen sind die jüngsten politischen Entwicklungen besorgniserregend. Es scheint, dass nach der umstrittenen Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff das Agrobusiness in Brasilien noch mehr an Macht gewinnt und Umweltpolitik sowie der Schutz der Rechte indigener Völker und traditioneller Gemeinschaftten zusehends marginalsiert wird. Die verschiedenen Gesetzesvorhaben zur Reduzierung von Schutzgebieten und die massive Kürzung von Geldern sind ein deutlicher Indikator für diese Entwicklung.

Mit diesem Dossier will das Forschungs‐ und Dokumentationszentrum Chile‐Lateinamerika (FDCL) in mehreren Beiträgen einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen in Amazonien liefern. Ausgangspunkt ist der zentrale Stellenwert, den Amazonien in der internationalen Umweltpolitik einnimmt, der auch in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) mit der Region seinen Niederschlag findet und sich in der öffentlichen Wahrnehmung widerspiegelt. Das Dossier zeigt die verschiedenen Aspekte und Triebkräfte der jüngeren Entwicklung Amazoniens auf, um damit sowohl die Akteure der Entwaldung zu benennen als auch dazu beizutragen, die ökonomischen und sozialen Ursachen der Entwicklung in Amazonien besser zu verstehen. Der regionale Fokus liegt dabei auf der Entwicklung in Brasilien mit Ausblicken auf andere Amazonasländer wie Ecuador oder Kolumbien.

Das Dossier beginnt mit einem Überblick zu den Ursachen der Entwaldung, dessen zwischenzeitlichem Rückgang und Wiederanstieg in den letzten Jahren, weil dies im Augenblick den Fokus der internationalen Debatte spiegelt. In weiteren Beiträgen werden anschließend die Mechanismen der neuer Aneignungsprozesse in Amazonien im Kontext des Entwicklungsmodells analysiert, eine kritische Bewertung globaler wie regionaler Politikansätze des Schutzes der amazonischen Regenwälder vorgenommen, Positionen der brasilianischen Zivilgesellschaft skizziert und vor diesem Hintergrund Konsequenzen für die deutsche EZ in diesem Feld und Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren in Brasilien diskutiert.

 

Inhalt

Download hier:

1  Einleitung

2  Amazonien 2016 – Fakten und Tendenzen / Das Gespenst der Entwaldung kehrt zurück

3  Was die Satellitenbilder nicht zeigen: Landraub als Verursacher von Entwaldung

4  Aktuelle politische Entwicklung: Anschlag auf Umwelt und Rechte der Bewohner Amazoniens unter der Regierung Temer

5  Amazonien und das Klima: Eine erste Bilanz von REDD+ in Amazonien / Amazonien in der nationalen Klimapolitik

6  Amazonien als Entwicklungsregion: alte Fragen und neue Tendenzen

7  Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen in Amazonen: zwischen Widerstand und Kooperation

 

Impressum

Herausgeber:
Forschungs‐ und Dokumentationszentrum Chile‐Lateinamerika e. V. – FDCL
Gneisenaustraße 2a, D ‐10961 Berlin, Germany
Fon: +49 30 693 40 29 / Fax: +49 30 692 65 90
E‐Mail: info@fdcl.org / Internet: www.fdcl.org

Amazonien Dossier:
Entwaldung, „Entwicklung“ und Widerstand ‐ Der Kampf um den größten
Regenwald der Welt

Autor: Thomas Fatheuer
Lektorat: Jan Dunkhorst
Layout: Viola Güse
Titelbild: Marcelo Camargo (Agência Brasil)

 

Mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union.
Für den Inhalt dieser Publikation ist allein das FDCL e. V. verantwortlich; die hier
dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Europäischen Union
wieder.

 

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