
Juarez Saw , indigenes Oberhaupt (Kazike) der Munduruku aus Sawré Muybu im Einzugsgebiet des Tapajós, Zufluss zum Amazonas, präsentiert die in seinem Dorf installierten Solarpanele. Foto: Jan Dunkhorst
Online-Veranstaltung
Donnerstag, 16.04.2026 / 17:30 – 19:00 Uhr
Anmeldung HIER!
Dort bitte zur Anmeldung rechts oben oder ganz unten auf „Buchen“ und darüber dann auf „Buchung abschließen“ – anschließend erhalten Sie eine Email mit „Usernamen“ & „Passwort“ und darüber die Zugangsdaten (Webinar-Daten) zu diesem gebuchten Event! Alle Teilnehmenden erhalten nach Anmeldung vor Start des Events (ein oder zwei Tage vorher und am Tag des Events) noch mal via Email den Hinweis, „Ihre heutigen Events…. mit allen erforderlichen Infos“.
Veranstaltung mit Simultandolmetschung Portugiesisch-Deutsch.
Unsere Gäste sind:
# Juarez Saw (indigenes Oberhaupt (Kazike) der Munduruku aus dem Dorf Sawré Muybu im Bundessaat Pará/Brasilien)
# Bruno Vasconcelos (Netzwerktechniker, Experte und Ausbilder im Bereich digitale Inklusion in indigenen Gemeinden, Santarém/Brasilien)
# Stefan Taschner (MdA, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen / Bereiche Klimaschutz und Eine Welt Politik)
# Chris Werner (Geschäftsführer der Berliner Stadtwerke)
Moderation: Heidi Feldt (Lateinamerika Forum Berlin)
Eine Veranstaltung im Rahmen der „Berliner Energietage 2026„
Veranstaltet von:
Eine Aktivität des FDCL e.V. in Kooperation mit dem Lateinamerika Forum Berlin e.V. und der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW) im Rahmen der Initiative „Berlin aktiv im Klima-Bündnis“.
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Solarenergie im amazonischen Regenwald
Erneuerbare Energien als Instrument für indigene Selbstbestimmung und den Regenwaldschutz
Sehr viele indigene Gemeinden im Amazonasgebiet haben keinen Zugang zum öffentlichen Stromnetz. Um eigene Lösungen voranzubringen, versuchen viele indigene Organisationen, Strategien und Initiativen zur Förderung des Einsatzes dezentraler erneuerbarer Energien im Amazonasgebiet zu entwickeln und voranzutreiben. Solche Ansätze sind an die lokalen Gegebenheiten angepasst und werden von den Gemeinden selbst umgesetzt – so wie die Installation von kleineren Solarstromanlagen zur Energie-Grundversorgung. Diese sollen die oftmals gegebene Abhängigkeit von der Nutzung teurer wie gesundheits- und umweltschädlicher Dieselgeneratoren und Kerosinlampen verringern oder ersetzen.
Der Zugang zu sauberer und kostengünstiger Energie trägt zur Stärkung der Energieautonomie und Verbesserung der Lebensqualität in den indigenen Gemeinden bei. Er stattet die indigenen Bewohner*innen des Regenwaldes zudem mit den notwendigen Werkzeugen aus, um ihr Land besser überwachen und vor Bedrohungen schützen zu können. Über digitale Kommunikationssysteme können sie die interne Koordination und Abstimmung mit Verbündeten verbessern, sich Gehör verschaffen und ihre Präsenz in angestammten Territorien stärken, die wachsendem Druck von außen ausgesetzt sind. Dergestalt ist die Nutzung dezentraler Solartechnik auch ein wichtiges Instrument zur Stärkung der Rechte und Selbstbestimmung indigener Völker – und damit auch ihres Einsatzes für den Schutz des amazonischen Regenwaldes in einer Zeit, in der ihre Führungsrolle im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise unerlässlich ist.
Die Veranstaltung soll einen Beitrag dazu leisten, die Notwendigkeit, Potenziale und bisherige Erfahrungswerte aus der Praxis der Nutzung von Solarenergie in Amazonien besser einschätzen zu können. Gleichsam versteht sich die Veranstaltung als offener Dialog und Austausch darüber, wie eine „Solarkooperation“ zwischen Berlin und den indigenen Munduruku vom mittleren Tapajos im brasilianischen Amazonasgebiet als ein (weiterer) konkreter Ansatz für ein aktives landespolitisches Engagement angegangen und umgesetzt werden könnte. Seit Mitte 2022 werden die Munduruku über die Initiative „Berlin aktiv im Klima-Bündnis“ aus Mitteln des Landes Berlin unterstützt.
Hintergrund:
Die Umstellung der Energieversorgung weg von nuklearen und fossilen Brennstoffen, hin zu erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz ist angesichts der globalen Klimakrise alternativlos. Doch ist dies nicht nur eine Umwelt- und technische Herausforderung – denn Energie- und Klimapolitik muss sich am Konzept und Leitmotiv der globalen Klimagerechtigkeit orientieren. Dies bedeutet, dass nach dem Verursacher*innenprinzip Länder, die die Hauptverantwortung an der menschengemachten Erderwärmung tragen, in der Verantwortung stehen, global für die Folgen und Schäden des Klimawandels einzustehen und andere unterstützen müssen, die am stärksten betroffen sind.
Die Regionen, die bisher am stärksten von den drastischen Auswirkungen der globalen Umweltkrise betroffen sind und sich dagegen am wenigstens zur Wehr setzen können, liegen im Globalen Süden. Gleichsam tragen die dort lebenden Menschen aber am wenigsten Verantwortung für die globale Umweltkrise. Denn deren Hauptverursacher (historisch und bis heute) sind die (Industrie)Länder des Globalen Nordens mit ihrer klimaschädliche Lebensweise, die auf einem immens hohen Verbrauch an fossilen, mineralischen wie agrarischen Rohstoffen basiert.
Das größte Regenwaldgebiet der Erde ist der Amazonas-Regenwald. Wird der Regenwald weiter abgeholzt, kann die globale Erderwärmung und das Artensterben nicht gebremst werden. Im gesamten Amazonasgebiet sehen sich die im und vom Wald lebenden indigenen Völker und traditionellen Gemeinschaften jedoch mit der fortschreitenden Zerstörung ihrer Lebensgrundlage, des Regenwaldes, konfrontiert. Eine wirksame Barriere gegen Entwaldung ist vor allem dort gegeben, wo die Rechte der Bewohner- und Bewahrer*innen des Waldes auf eigene Territorien respektiert und geschützt werden.
Dazu einen substanziellen Beitrag zu leisten, liegt auch in der globalen Verantwortung des Landes Berlin. Begründet auf der „gemeinsamen aber unterschiedlichen Verantwortung“ für den Erhalt der Erdatmosphäre und dem damit verbundenen Schutz der Regenwälder setzt sich die Initiative „Berlin aktiv im Klima-Bündnis“ für die Etablierung einer langfristig angelegten Partnerschaft Berlins mit dem indigenen Volk der Munduruku im Einzugsgebiet des Flusses Tapajós im westlichen Bundesstaat Pará des brasilianischen Amazonas ein.




